Indianer im Weltall

Sage und schreibe 11 lange Jahre hat es gedauert und man hatte es inzwischen wie den Duke beinahe schon abgeschrieben: doch nun ist Prey wirklich auf dem Markt erhältlich.

Der Shooter wurde schon 1995 erstmals angekündigt und auf der E3 1998 konnte man das Spiel in Aktion bestaunen, schon damals mit der Portal-Idee. Doch technische Probleme einerseits (man hatte sich wohl schlicht zu viel vorgenommen) und interne Querelen andererseits zögerten das Projekt immer weiter hinaus. Offiziell galt das Spiel dann als gecancelt, aber 2001 übernahm das externe Entwicklerstudio Human Head die Arbeit, und seit letztem Jahr war Prey wieder offiziell angekündigt

Prey ist gleich in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich: schon die Story setzt nicht auf altbekannte und ausgetretene Soldat-gegen- Alieninvasion-Pfade. Unser Held Tommy ist nämlich kein 08/15-Supersoldat, sondern ein waschechter Indianer, der urplötzlich, samt seiner Squaw-Freundin Jen, in ein Raumschiff katapultiert wird. Natürlich kommt die Freundin abhanden und man muss sich erst durch eine Unmenge an Alienhorden kämpfen um sie – eventuell, so viel sei dann doch nicht verraten – wieder in die Arme schließen zu können. Diese dann doch bekannte Geschichte kommt zwar nur langsam in Fahrt, hat dafür aber auch einige Überraschungen in Petto.

 

Grafisch erinnert Prey in puncto Level- und Gegnerdesign oft an Doom 3, dessen Engine man hier verwendete. Doch der Shooter fährt noch einiges an eigenen (Technik-)Ideen auf: so stellen die feindlichen Aliens in einigen Räumen die Welt buchstäblich auf den Kopf, indem sie die Gravitation verändern, so dass aus der Decke plötzlich der Boden werden kann – oder umgekehrt. Ein wenig schwindelfrei sollte der Spieler also sein, doch wer schon mal Alien vs Predator gespielt hat, für den ist dies freilich nichts Neues.

 

Eine weitere nette Spielerei sind die Portale, durch die man von einer Ecke des Raumschiffs ein eine andere gelangt. Leider kann Tommy diese nicht selbst öffnen und auch die Aliens nutzen diese Art der Abkürzung nur allzu gern. Ebenso skurril wie die Gravitationspielereien ist auch das recht übersichtliche Waffenarsenal: so gibt es einen „Raketenwerfer", der explodierende Käfer ausspuckt oder eine Wurmkanone, die Blitze abfeuert. Auch gibt es kein echtes „Game Over": wenn unser Indianer den Löffel abgibt, muss er in einer Geisterwelt durch ein Minispiel neue Energie tanken und kann dann gleich wieder loslegen. Ideenlosigkeit kann man den Machern also nun wirklich nicht vorwerfen. Prey ist aber nicht nur ein reiner Shooter, sondern es müssen immer wieder auch kleinere Rätsel geknackt werden, bevor es weitergehen kann. 

 

Prey macht eine Menge Spaß, die Grafik ist – vor allem auf einem gut ausgerüsteten PC – eine Wucht und die Entwickler habe viele hübsche Ideen ins Spiel gepackt. Natürlich gibt es auch kleine Schattenseiten: die Schusswechsel fallen nicht allzu dynamisch aus, das Leveldesign ist ziemlich linear und die Indianerstory wird auch nicht jedem schmecken.

Aber ansonsten ist Prey eine klare Empfehlung! (89 %)

TITEL: Prey

PLATTFORM: PC, XBOX360

ERSCHEINUNGSDATUM: ab sofort erhältlich

PUBLISHER: 3D Realms

ENTWICKLER: Human Head Studios

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