Indian Diary_2: Unterkunft, das tägliche Leben

Also in der Akademikerfamilie arbeiten beide, Mann und Frau täglich von früh bis spät. Für alle Hausarbeiten inklusive Kochen gibt es Angestellte. Selbst meinen Tee kann ich mir nicht allein zubereiten. Beim Essen wird von einem der Mädchen serviert. Zuerst erhält der Herr des Hauses seine Portion, dann die Frau, der Gast usw. Die Mädchen, die fürs Bedienen, Abwaschen und ähnliches zuständig sind, essen viel später, nachdem alles abgeräumt ist. Sie hocken sich dazu locker auf den Boden – es sieht wirklich komfortabel aus! – sitzen also nicht am Tisch. Reis wird vermischt mit sogenanntem Dahl. Das ist eine dünne Suppe aus Linsen. Jeden Tag wird eine neue Version zubereitet. Einmal rote Linsen, einmal gelbe Linsen und Möhren.

Geschlafen wird unter einem Moskitonetz. Tee könnte auch im Bett serviert werden, aber an den Gedanken, sich so bedienen zu lassen, kann ich mich nicht gewöhnen. Während des Tages, wenn ich Spaziergänge in der Umgebung unternehme, sehe ich, wo die Armen leben. Das Leben auf der Strasse findet völlig ungeniert statt. Ich sehe eine Feuerstelle, Gestank steigt zum Himmel. Es wird so ziemlich alles verbrannt, was gefunden wird. Jetzt wird mir auch klar, woher ständig die Schmutzschicht kommt, die sich auf Gebäude, Kleidung, einfach alles legt, sobal man sich an der Luft befindet. Aber was sollen sie auch anderes machen. Es bleibt ihnen keine Wahl. Sie waschen sich an den Wasserhydranten, brutzeln Eier in einer Pfanne über besagtem Feuer.

Hier in Delhi sieht man solche Strassenszenen immer seltener. Der Strassenrand, auf dem die Menschen leben und ihre kümmerlichen Zelte aufschlagen, wird geräumt und fur die Verbreiterung der Strassen umgebaut. Grundtsücke werden an Investoren verkauft, die teure Wohnhäuser darauf errichten lassen. Es gibt zwei Möglichkeiten für die Armen der Armen. Entweder suchen sie sich eine neue Strassenecke und alles geht weiter, wie bisher. Oder sie schaffen es irgendwie, ihre Kinder zur Schule zu schicken und ihnen damit einen Aufstieg in der Gesellschaft zu ermöglichen.

Der Elektriker, der die Lampe in der Wohnung repariert, berichtet stolz von seinem Sohn, der an der Uni Informatik studiert: „Ich habe wirklich jeden Pfenning in ihn gesteckt". Klar ist aber auch, solange die „Reichen" die „Armen" für ihre Haushaltsführung nutzen, wird es Bedienstete geben, die in nahegelegenen Slums leben.

5 Meinungen

  1. Wunderbar… Meine Schüler habe auch ähnlich Gründe. Viele lernen Deutsch, weil sie deutsche Vorfahren haben oder einfach für den Beruf oder für das Studium. Man darf nicht vergessen, dass Deutschland unter den Topten der Wirtschaftsnationen ist und Exportweltmeister sind 😉
    Liebe Grüsse
    Daniel

  2. Deutsch ist viel spass!
    Jeremy
    CA America

  3. Pauschalreisen

    Ich bin auch jedes Mal wieder überrascht, wie viele amerikanische Studenten Austauschsemester an deutschen Unis verbringen. Ich kenne mittlerweile einige Amerikaner die Deutsch sprechen und bin jedes Mal begeistert 🙂 Ich stelle es mir ziemlich schwierig vor Deutsch zu lernen, vor allem da die englische Grammatik so schön einfach ist…

  4. Schlafzimmer Blog

    Also ich würde schon mal gerne Latex versuchen, wenn es gut aussieht kann das schon sexy aussehen 😀

  5. Seit 2002 bin ich in die deutsche Sprache total verliebt. Ich lernte Deutsch, weil ich allgemeine fremde Sprachen liebe. Ich weiß nicht genau, wie es ausdrücklich Deutsch war, mein Herz zu gegriffen.

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