Im Kino: Vincent Cassel als „Gauguin“

Im Kino: Vincent Cassel als „Gauguin“

Der französische Schauspieler porträtiert den berühmten Maler, der vor den Zwängen seiner Zeit auf die malerische Insel Tahiti floh. Die Filmografie des Regisseurs Edouard Deluc legt ihren Schwerpunkt auf die erste Polynesien-Reise des Künstlers im Jahr 1891.

Freiwilliges Exil im Paradies

Üppig wachsende Urwälder, azurblaues Meer, Sonne satt: Diese paradiesischen Zustände fand Paul Gauguin auf Polynesien vor, als er im Jahr 1891 zum ersten Mal auf die Südseeinseln reiste. Die postimpressionistischen Bilder, die dort im Südpazifik entstanden, machten ihn weltberühmt. Der bedeutende französische Maler wollte den Zwängen und strengen Regeln im Paris des späten 19. Jahrhunderts entfliehen. Er lässt Frau und Kinder in Frankeich zurück und lebt von 1891 bis 1893 mit den Eingeborenen der Insel. Dor trifft er auf die junge Tehura, in die er sich verliebt und die als seine Muse zum Motiv auf vielen seiner Bilder wird.

Aber der Aufenthalt im Paradies hat auch seine Schattenseiten: Zu ihnen gehören Armut, Krankheit und der Hunger. Trotzdem kommt Gauguin nach seiner Rückkehr nach Frankreich ein zweites Mal nach Polynesien, wo er schließlich im Jahr 1903 verstirbt.

Der Künstler als Aussteiger

Regisseur Deluc legt in seinem zweiten Spielfilm den Schwerpunkt auf den ersten Aufenthalt des Künstlers auf der Insel. Als Vorlage diente ihm unter anderem ein Buch, das Gauguin während seines Aufenthalts schrieb. Darin beschreibt der Maler sein Missfallen über die Kolonialisierung der Einheimischen, verklärt aber auch die harten Lebensumstände auf der Insel.

Ein Umstand, der zum Teil auch auf den Film zutrifft. Vor grandioser Kulisse spielt der fünfzigjährige Vincent Cassel den Maler, wobei allerdings viele kontroverse Details über das Leben Gauguins auf der Insel nur angedeutet oder weggelassen werden. Dazu gehört zum Beispiel die Tatsache, dass seine Muse Tehura nicht älter als vierzehn Jahre alt war. So überzeugt der Film zwar mit tollen Bildern und einem Hauptdarsteller in Höchstform, bleibt zum Teil aber hinter der Realität zurück.

Screenshot: Youtube

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