Hautauschlag oder Hautausschlag?

Wer schon einmal einen „Hautausschlag“ hatte – sei es durch den Kontakt mit Insekten, Pflanzen, der Sonne, Krankheitserregern, anderen Stoffen oder in Folge eines dauerhaften, dermatologischen Problems – weiß, dass es bei einer solchen Erkrankung jede Form von Abstufungen zwischen nervtötend und enorm schmerzhaft gibt. Mit Juckreiz, Schmerz und bleibenden Schäden gehört er zu den Krankheiten, mit denen man nicht spaßen sollte. Da der Hautausschlag so sichtbar ist, wird er auch als extrem unangenehm empfunden.

Hautausschlag – Fehler in der Aussprache führt zu falscher Rechtschreibung

Der Schreibfehler „Hautauschlag“ macht die Situation aus lexikalischer Sicht nicht besser. Doch was mag der Grund sein, um das Doppel-s hierbei zu unterschlagen? Eine Vermutung legt die Begründung in der Aussprache nahe, denn viele ziehen die beiden s- und sch-Laute in der Umgangssprache einfach zusammen. Wenn man das s nicht hört oder spricht, wird es auch selten geschrieben.

Ein anderer Grund könnte in der irrigen Annahme liegen, der „Hautausschlag“ wäre mit Wörtern wie „Einkommenssteuer“ oder „Vorraussetzung“ [sic!] zu vergleichen – denn in beiden, hier falsch wiedergegebenen Fällen wird ein zusätzliches s beziehungsweise r hinzugedichtet, sei es wiederum aus Gründen der Aussprache oder aus der falschen Ableitung der Wortbestandteile.

Schreibweise der dermatologischen Erkrankung

Wenn also dem Schreiber klar ist, dass es bei Wörtern wie „Einkommensteuer“ und „Voraussetzung“ sein kann, dass man sie regelmäßig anders ausspricht, als man sie schreibt, warum also nicht auch gleichermaßen mit „Hautauschlag“ verfahren? Doch hier ist ein gedanklicher Fehler: Dieses Wort würde somit in die Abschnitte „Haut“, „au“ und „Schlag“ unterteilt werden, wobei die Interjektion „au“ aber in diesem Zusammenhang bestenfalls ein onomatopoetischer Ausruf des Schmerzes ist.

Dieser kann bei einem Ausschlag sicherlich angebracht sein, ergibt jedoch als Wortbestandteil bei diesem Schreibfehler keinen Sinn.

Weiterführende Links:

http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Onomatopoesie.html

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