Hare Krishna: Die Inhalte der religiösen Lehre der Bhagavadgita

Ausgangspunkt des Hinduismus ist das Karma und die Annahme eines immerwährenden Kreislaufs der Wiedergeburt. Den Kreislauf von Geborenwerden, Leben, Sterben und Wiedergeburt nennt man „Samsara“. Der feste Glaube dabei: Ein Hindu wird durch seine zu Lebzeiten verübten Sünden nach dem Tod immer wiedergeboren. Man verbüßt so immer seine Sünden aus dem vorangegangenen Leben und je nachdem, wie sehr man sich versündig hat, wird man auch in anderer Gestalt wiedergeboren, beispielsweise auch als Tier. Der Hindu strebt natürlich nach der Erlösung aus diesem Sündenkreislauf und so strebt er sein Leben lang danach den Göttern zu dienen und ein guter Mensch zu sein. Gelingt ihm das vollends, kann er die Reinkarnation durchbrechen und erlangt das Stadium der „Moksha“ (Erleuchtung) oder im Buddhismus auch „Nirvana“ genannt. Die anderen drei Lebensziele eines Hindus sind der Wohlstand („Artha“), die Religion bzw. das Gesetz („Dharma“) und die Leidenschaft oder Lust („Kama“).

Hare Krishna: Was bedeutet das?

Um die Lehre von Hare Krishna zu verstehen, ist es wichtig den hinduistischen Glaubensansatz zu begreifen. Erst im 19. Jahrhundert entstand die endgültige Bezeichnung Hinduismus. Frühere Ansätze basierten auf den ältesten religiösen Schriften der „Veden“ (Wissen) basiert. Erst ab der Upanishadenzeit wurde der Hinduismus im Wesentlichen zu dem, was er heut ist. Die Lehre des Hinduismus nimmt dabei Strömungen der  Geschichte sowie der Glaubenslehre in sich auf und vereint diese zu der großen Lehre des Karma. So beinhaltet der Hinduismus beispielsweise auch die klassische Zeit um 500 vor Christus, als die drei Hauptgötter Brahama, Vishnu und Shiva verehrt wurden. Viele Tempel wurden ihnen zu Ehren erbaut, und rituelle Opfergaben wurden dargeboten. Etwa 200-400 v. Chr. finden sich in der Literatur der Ramayana und der Mahabharata dann erstmalige Erwähnungen der Gottheiten Krishna und Rama als männliche und weibliche Verkörperungen des Gottes Vishnu. Das wichtigste Lehrgedicht aus der Mahabharata ist die Dichtung der Bhagavadgita, dem Gesang des Erhabenen.

Die mythologischen Wurzeln des hinduistischen Glaubens

Der Hinduismus beeinflusst auch die indische Mythologie maßgeblich. Dazu muss man sich nur, unter anderen, die Hymnen des Rigveda (um 1200 v. Chr.) oder die Epen von Mahabharata (um 400 v. Chr.) anschauen. Ähnlich wie auch die griechischen Gottheiten von einer nächsten Generation gestürzt wurden, werden die vedischen Götter durch Shiva, Vishnu und Brahama ersetzt. Besonders interessant ist, dass die Götter eine Art göttlichen Abgesandten stellvertretend für sie selbst in Form eines „Avatars“ auf die Erde schicken, um das himmlische Gesetz (Dharma) zu beschützen. Der Gott Vishnu war besonders bekannt für die zehn abgesandten „Inkarnationen“ seiner selbst. Zwei seiner beliebtesten göttlichen Gestalten waren Rama und Krishna. Die höchsten indischen Götter bestanden aus einer Trimurti (Dreieinigkeit aus Werden und Vergehen) mit den Göttern Brahma (Schöpfer), Vishnu (Erhalter) und Shiva (Zerstörer).

Die Bhagavadgita: Das spirituelle Gedicht von Hare Krishna

Die Bhagavadgita ist ein Teil des indischen Epos Mahabharata (Gesänge 25 bis 42 des 6. Buches) und ist ein spirituelles Gedicht, das vermutlich um 500-200 v.Chr. verfasst wurde. Sie umfasst 700 Strophen, die in 18 Kapitel unterteilt sind und auch kurz Gita genannt werden. Inhaltlich verbindet die Gita verschiedene Denkrichtungen auf der Grundlagen der Veden, der am nächsten stehenden Upanishaden, dem Brahmanismus und dem Yoga. Mahatma Gandhi setzte sich dafür ein, den Inhalt der Gita auch den in ärmlichen Verhältnissen lebenden Indern zugänglich zu machen und übersetzte sie in seine Muttersprache Gujarati mitsamt knapper Kommentierung. Er verglich diesen Teil des Epos mit der Bergpredigt und fand in diesen Worten mehr Trost als in ihr. Die Hindus sehen in der Gita die Kernaussagen der Veden. Durch die vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten stellt die komplexe Gedichteinheit die Mitte vieler verschiedener Religionen dar. Kein Text der hinduistischen Literatur wird so oft gelesen wie diese achtzehn Kapitel. Hindus betrachten die Lehren der Gita traditionell als Quintessenz der Veden.[1] Beim Studium der Veden hat man oft den Eindruck, auf Widersprüche zu stoßen: Während einige Stellen anscheinend einen Dualismus lehren, und damit die Zweiheit von Natur und Geist, von Gott und Mensch, lehren andere die Einheit. Aufgrund der unterschiedlichen Auslegungsmöglichkeiten ist das Gedicht Mittelpunkt verschiedenster Glaubensrichtungen.

Krishna- der Lehrer des Glaubens

Die Gita ist die Selbstoffenbarung des göttlichen Gesandten Krishna. Dieser Teil des Epos berichtet von Krishna als einer symbolischen göttlichen Erscheinung vor dem Beginn eines großen Krieges im Mahabharata-Mythos. Der Fürst Arjuna steht darin vor einem großen Krieg mit seinem Onkel, der ihn um sein Erbe betrogen hat. Kurz vor Beginn der Schlacht erscheint ihm der göttliche Avatar Krishna, um ihm ethische und philosophische Ratschläge zu erteilen. Krishna offenbart sich dabei in unterschiedlicher Art und Weise: Einmal ist er das kosmische Selbst, das das Lebende durchdringt. Gleichzeitig ist er die Reflexion eines kosmischen Selbst in den Lebewesen. Doch auch als spiritueller Lehrer gibt er sich zu erkennen. Doch worum geht es in diesem Gespräch? Der Hintergrund ist folgender: Die drei Söhne Pandus werden von ihrem Onkel Dhritarashtra um ihr rechtmäßiges Erbe betrogen. Sie ziehen daher in den Krieg mit ihm. Kurz vor der alles entscheidenden Schlacht von Kurukshetra (Stätte Kurus), bekommt der Sohn Arjuna einen Gewissenskonflikt und zögert, in den Krieg gegen seinen Verwandten zu ziehen. Krishna eilt dem verunsicherten Jüngling zur Hilfe. Auf dem Streitwagen des jungen Arjuna erscheint er sehr symbolträchtig als Wagenlenker, der versucht den jungen Fürstensohn von seinem Zwiespalt zu befreien und zum Kampf zu bewegen. Durch religiöse und philosophische Reflexionen versucht er ihn von seinem inneren Konflikt zu befreien. Populär ist hier die Interpretation von Krishna als Symbol für Göttlichkeit auf der einen Seite und Arjuna als Symbol für die menschliche Seele auf der anderen Seite. Und wenn Arjuna gegen die Heerscharen seiner Verwandten kämpfen soll, so soll er auch gegen seine eigenen Schwächen ankämpfen. Denn das letztlich ist Krishna's Appell.

Keine Meinungen

  1. Man müsste erst einmal klären was genau unter Parapsychologie zu verstehen ist. Viele „Parapsychologen“ sind Psychologen, weil man annimmt „Para-Psychologie“ habe mit Psychologie zu tun. Das stimmt aber nicht. Es hat nicht mehr damit zu tun, als beispielsweise sehen, sprechen, etc. Erst dann kann man „Parapsychologie“ unterrichten. Was genau wird denn da unterrichtet? Kann man denn etwas unterrichten was man gar nicht versteht?

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