Gifteierskandal breitet sich aus

Der unappetitliche Skandal um Millionen verseuchte Eier aus den Niederlanden zieht immer weitere Kreise. Inzwischen sind bereits elf Bundesländer betroffen. Der Verbraucherschutz „Food Watch“ warnt vor Eiern, die mit Insektenvernichtungsgiften belastet sind. Die Kommission versucht inzwischen zu beruhigen, die Lage sei unter Kontrolle.


„Finopril“ ist ein Wirkstoff, der als Pflanzenschutzmittel oder bei Hunden und Katzen gegen Flöhe eingesetzt wird. In der Lebensmittelproduktion hat er allerdings nichts zu suchen. Offensichtlich war der Stoff jedoch illegalerweise einem Reinigungsmittel zugesetzt und gelangte auf diese Weise in die Hühnereier. Verbraucherschützer wie „Food Watch“ fordern nun verpflichtende Eigenkontrollen bei den Herstellern. Denn: Lebensmittel werden viel zu selten auf verbotene Substanzen getestet und kontrolliert. Eigentlich hätte das enthaltene Fipronil nämlich viel früher entdeckt werden müssen – sowohl bei der Lebensmittelüberwachung als auch bei den Herstellern.

11 Bundesländer betroffen

Die belasteten Eier wurden aus den Niederlanden nach Nordrhein-Westfalen geliefert. Mittlerweile sind die so bezeichneten Gifteier aber auch in den Bundesländern Schleswig Holstein, Hamburg, Bremen, Hessen, Berlin, Brandenburg, Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern aufgetaucht. Konsumenten erkennen die Eier aus den Niederlanden an dem Eieraufdruck „NL“. Die betroffenen Chargen sind außerdem unter der Website „Lebensmittelwarnung.de“ gelistet. Aber auch deutsche Produzenten sind betroffen: In Niedersachsen gibt es fünf Legehennenbetriebe, die das Reinigungsmittel ebenfalls verwendet haben sollen.

Folgen von Fipronil

In höheren Dosen kann Fipronil unsere Haut und Augen reizen sowie zu Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen führen. In der Langzeitwirkung besteht der Verdacht auf Schädigung der Organe. Die großen Discounter und Supermärkte haben die Eier bereits aus den Regalen geräumt. Gekaufte Ware, so heißt es, kann außerdem unkompliziert zurückgegeben werden. Alles, was jetzt noch bei den großen Supermarktketten im Laden liegt, sollte also unbedenklich sein.

Heute früh gab der Discounter ALDI außerdem bekannt bundesweit alle Eier aus dem Sortiment genommen zu haben. Hierbei handele es sich laut Pressesprecher bloß um eine Vorsichtsmaßnahme.

Foto: Thinkstockphotos, iStock, 522450611, PeoGeo

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