Ganz ohne Windeln – wie geht das?

Ganz ohne Windeln – wie geht das?

Windelfrei lassen sich Babys eigentlich ab der Geburt sauber halten, wenn die Eltern sehr aufmerksam sind. Schon ein Neugeborenes signalisiert das Bedürfnis durch Meckern oder Quengeln, manchmal wird es auch ganz ruhig. Ein neuer Trend macht sich das zunutze: Einige Eltern verzichten komplett auf Windeln.


Die Erfindung der Windel

Die Windel ist nicht ganz so jung, in Europa wickelte man Babys spätestens seit dem 15. Jahrhundert fest und im Ganzen ein, losere und auf die entscheidenden Körperstellen beschränkte Stoffwindeln setzten sich ab dem 18. Jahrhundert durch. Auch die moderne Wegwerfwindel wurde schon in den 1940er-Jahren durch die US-Amerikanerin Marion Donovan erfunden. Doch die Kinder der Naturvölker kennen Windeln nicht. Die Mütter tragen sie in einem Tuch und spüren das Zusammenziehen der Bauchmuskeln ihres Babys. Dann halten sie es über den Boden und wischen es nach dem Geschäft ab. In Asien und Lateinamerika sind heute noch Windeln eher wenig verbreitet. Die Kinder haben eine Hose mit Schlitz an. Auch die normale mitteleuropäische Familie kann daher, wenn sie es möchte, auf ein „windelfreies“ Baby umstellen.

Wie läuft das in der Praxis ab?

Befürworter behaupten, dass Babys von vornherein einen natürlichen Instinkt dafür haben, wann sie „müssen“. Die Forschung gibt ihnen recht, auch Babys merken rein körperlich, dass da was kommt, das sie loswerden und womit sie sich nicht verunreinigen möchten. Gleichzeitig wünschen sie die Erleichterung und signalisieren das durch ein kleines Zittern, eine kleine Grimasse, ein ganz spezielles Quengeln, das die Mama alsbald als Signal identifizieren kann, oder auch durch stilles Schauen in die Ferne. Diese Andeutungen des Babys gehen durch das Windeln wenigstens zum Teil verloren, was schade ist. Daher erlernen junge Eltern, die ein windelfreies Baby wünschen, ganz genau die entsprechenden Signale. Dann halten sie das Baby über die Toilette und geben ihrerseits einen Signalton von sich, und zwar immer denselben – ein Zischen, Schnalzen oder Pfeifen zum Beispiel. Das Kind weiß nun Bescheid, alles klappt mit etwas Training pünktlich und wie auf Bestellung (wenn der Körper mitspielt). Die Methode verlangt Aufwand, jedoch soll sie die Kinder deutlich fördern und entspannen. Das leuchtet ein: Welcher Mensch, ob groß oder klein, kann sich schon mit einer vollen Windel wohlfühlen?


Bildquelle: Fotolia, 37043318, detailblick

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