Fünf Mark ins Phrasenschwein!

Wenn´s knapp wird, braucht man wenigstens Sprüche, mögen sich die Strategen der Öffentlichkeitsarbeit gedacht haben. Und Frau Merkel scheint für sowas empfänglich zu sein. Das neue Motto deutscher Regierungspolitik lautet also, tataaa: "Wir dürfen unsere Zukunft nicht verbrauchen!" Das ist doch mal eine Aussage. In den Achtzigern hätten die Grünen den Slogan führen und ihn sogar mit verständlichen Inhalten füllen können. Was aber ist die tiefere Bedeutung dieser Phrase für Merkel´s Koalition?

Am ehesten würde ich ihn noch als Eingeständnis baldigen Scheiterns verstehen wollen. Als innerkoalitionäre Mahnung gleichsam. Wir dürfen unsere Zukunft nicht verbrauchen. Wir wollen doch wenigstens bis 2009 regieren. So betrachtet und so auch umgesetzt könnte das Motto gar für positive Impulse sorgen. Die Regierung müsste sich nur noch konsequent am Bürger orientieren und eine entsprechende Politik gestalten.

"Fünf Mark ins Phrasenschwein!" entfuhr es mir auch bei Merkels Plattitüde "Deutschland macht seine Hausaufgaben". Deutschland schon, soweit es die BürgerInnen betrifft. Denen bleibt ja auch angesichts der politischen Rahmenbedingungen nichts anderes übrig. Lieber wäre mir allerdings, auch die Politiker würden mal langsam ihre Hausaufgaben machen, sonst verbrauchen sie ihre Zukunft, was sie ja laut Merkel nicht dürfen…

Kein Wunder, dass FDPler Brüderle von der "Schlangenlinienkompetenz" der Bundeskanzlerin sprach und ihr eine "Pippi-Langstrumpf-Politik" bescheinigte: "Ich mach mir die Welt, so wie sie mir gefällt."

Zum Schluss noch ein letztes Schmankerl aus der aufschlussreichen Rede unser aller Kanzlerin: "Ziel der Arbeitsmarktreform ist es, die Menschen wieder in Arbeit zu bringen."

Fünf Mark ins Phrasenschwein!

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