Fröhliches Bauernleben: Die Geschichte der Farmsimulationen

Traktor

Farmsimulationen wie Farmville und Co. gelten heute als Inbegriff der „Casual Games“ (Gelegenheitsspiele) bei Facebook oder im Browser, doch die Geschichte dieses Genres reicht deutlich weiter zurück als man glauben will. Im Folgenden gibt es nun einen kurzen Überblick über die wichtigsten Vertreter dieser Spielegattung.

Sim Farm, PC (1993)


Vor bereits über 20 Jahren brachte das berühmte Entwicklerstudio Maxis (bekannt für die legendäre „Sim City“-Reihe) mit Sim Farm den Urgroßvater der Farmsimulation auf den Markt. Als Ableger der Städtesimulation Sim City übernimmt man die Kontrolle über einen Landwirtschaftsbetrieb. Ziel des Spiels ist es, einen funktionierenden und profitablen Wirtschaftskreislauf aufzubauen. Zwei grundsätzliche Vorgehensweisen stehen zur Verfügung: Landwirtschaft oder Viehzucht. Eine Mischform der beiden ist in der Regel nicht profitabel.

Multiplayer oder andere Onlinekomponenten wie heutzutage üblich bietet Sim Farm nicht –verständlich, da das kommerzielle Internet erst um 1996 herum startete.
Nach heutigen Maßstäben mag das Spiel etwas angestaubt wirken, nach einer gewissen Einarbeitungszeit kann man jedoch eine sehr umfangreiche und spaßige Simulation entdecken, die sich auch nach 20 Jahren noch erstaunlich gut spielt.

Harvest Moon, SNES (1996)

http://www.youtube.com/watch?v=6nGoQa1pX1o
In Harvest Moon (Erntemond) erbt ein junger Mann (der Spieler) eine alte, heruntergekommene Farm und soll diese wieder auf Vordermann bringen. Anders als in den genannten Spielen agiert der Spieler hier jedoch nicht als unsichtbarer Verwalter, sondern steuert die Hauptfigur direkt – und es gibt viel zu tun: Tiere füttern und pflegen, Saatgut kaufen, aussähen und wässern, die Farm in Schuss halten und die Ernte einholen und verkaufen. Währenddessen steht man unter permanentem Zeitdruck. Jeder Tag dauert ca. 15 Minuten in Realzeit, dem Spieler stehen zweieinhalb Jahre zur Verfügung um sein Ziel zu erreichen.

Es gilt seine Zeit sinnvoll zu planen, denn auch außerhalb der Farm gibt es viel zu tun. In einem benachbarten Dorf kann der Spieler mit den Bewohnern tratschen, an Festen teilnehmen und sogar eines von mehreren Dorfmädchen bezirzen. Die wohl größte Aufgabe des Spiels ist es nämlich neben dem erfolgreichen Aufbau der Farm auch eine Familie zu gründen.

Harvest Moon war unglaublich erfolgreich und so wurden bis heute fast 30 Nachfolger und Ableger zumeist für Nintendo-Konsolen produziert, die das bekannte Spielkonzept oft variiert haben. So gibt es zum Beispiel einen Science-Fiction-Teil und zahlreiche Rollenspiel-Ableger (die „Rune-Factory“-Reihe).

Landwirtschafts-Simulator, PC, diverse Konsolen (2008)


Deutsche Spieleentwickler sind international für komplexe und detailversessene Simulationen wie die „Anno“-Reihe oder „Die Siedler“ bekannt und der Landwirtschafts-Simulator ist da keine Ausnahme. Bereits seit 2008 gehört die jährlich erscheinende Reihe zu den am meisten verkauften Spielen in Deutschland.

Ähnlich wie schon bei Sim Farm baut der Spieler einen eigenen Landwirtschaftsbetrieb auf. Neben zahlreichen Gebäuden stehen auch diverse Landwirtschaftsmaschinen von echten Herstellern zur Verfügung. Nicht jedem Spieler jedoch mag sich die Faszination des Spiels erschließen, da dieses auf den ersten Blick doch etwas dröge wirkt. Wer jedoch generell an Wirtschaftssimulationen interessiert ist, sollte sich das Spiel durchaus mal anschauen.

FarmVille, Browser, Mobile (2009)


Fast jedem Nutzer der in den letzten Jahren im Internet unterwegs war dürfte FarmVilla ein Begriff sein. Das von der Firma „Zynga“ entwickelte Browserspiel hatte auf seinem Höhepunkt um 2010 herum mit bis zu 80 Millionen Nutzern. Der Fokus von FarmVille liegt weniger auf der Simulation eines Betriebes. Als vielmehr im sozialen Miteinander mit Freunden und anderen Spielern vor dem Hintergrund einer virtuellen Farm. Das Spiel selbst ist kostenfrei und finanziert sich dadurch, dass sich die Spieler für echtes Geld Gegenstände und andere Verbesserungen im Spiel kaufen können.

Inzwischen ist der Boom um FarmVille etwas abgeklungen, trotz der Veröffentlichung des Nachfolgers. Ein Grund hierfür mögen die zahllosen Nachahmer sein, die man auf diversen Webseiten finden kann. Mehr Informationen über Browsergames gibt es hier.

Kritiker werfen dem Spiel immer wieder vor, dass es die Spieler regelrecht auffordern würde, echtes Geld auszugeben und seine Facebook-Freunde mit Nachrichten zu nerven. Deshalb ist es bei vielen Spielern in Verruf geraten.

Wer jedoch nur ab und zu mal etwas Leichtes zocken möchte, der dürfte mit FarmVille und Co. aber durchaus seinen Spaß haben.

Artikelfoto: osterwelle – Fotolia

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