Die unsichtbare Krankheit

Hallo,

zuerst einmal möchte ich mich heute vorstellen.

Ich bin die Neue und als solche wird man, in aller Regel erst einmal kritisch beäugt, zumindest bis man sich etabliert hat. Was ich möchte ist, eine Geschichte erzählen aus eigenen Erfahrungen. Es ist meine Geschichte und ich bitte Sie um Nachsicht, denn ich bin wahrscheinlich nicht immer objektiv, aber ich versuche es so gut ich kann. Dieser Blog ist eine Aufgabe an mich und soll Betroffenen zeigen wie es Anderen Menschen mit denselben Problemen geht und soll Angehörigen zeigen, dass nicht nur Ihre Familie betroffen ist. Es ist eine Geschichte aus Erfahrungen der letzten 9 Jahre bzw. der letzten 49 Jahre. Ich werde ebenso Artikel aus Büchern und medizinischer Literatur heranziehen und in Frage stellen. Ebenso  berichte ich Ihnen von Erfahrungen mit Therapeuten und Ärzten. Aber lesen Sie selbst, denn diese Geschichte entwickelt sich durch diese Krankheit.

Also, kurz eine Beschreibung meiner Person. Mein Name ist Gabriele und ich bin am 05.10.1960 geboren. Ich  bezeichne unsere Stadt immer als Kleinstadt mit 200 T Einwohnern. Als Einzelkind habe ich mich in einem Geschäftshaushalt durchgeschlagen und 41 Jahre damit verbracht zu arbeiten, zu lernen, Karriere zu machen und vieles mehr was man eben so tut, aber immer anders als alle anderen. Bis zu dem Tag des Jahres 2001. Es war der zweite Pfingstfeiertag und ich brachte meinen Ehemann zum ICE nach Frankfurt Flughafen, an diesem Tag flog er für 14 Tage nach Kuba, privat. Ich fuhr in unsere Eigentumswohnung zurück, parkte in der Tiefgarage, ging die Treppe hinauf zum Erdeschoss, schloss die schwere Eingangstür auf, stand im Marmorgefließten Eingangsbereich der Wohnung wie angewurzelt, regungslos, schaute um mich als sei ich in einer fremden Welt und plötzlich sackten die Beine unter mir zusammen. Mir wurde übel und schwarz vor Augen, ich hörte den Ozean  in meinen Ohren rauschen und von weitem hörte ich, dass jemand ganz schrecklich, herzergreifend, abgrundtief weinte, schluchzte, schrie. Als ich bemerkte dass dieser Gefühlsausbruch aus mir herraus kam, kroch ich…auf allen vieren zum Wohnzimmer, warf mich auf das Sofa und verbrachte dort Stunden. Stunden die wie Tage waren, ohne dass ich mich rühren konnte, ohne das ich wußte wer ich war noch was geschehen war. Ich schaute in den Garten und das Einzige was ich wahrnahm war das Grün der Bäume und das Licht das sich draußen nach der Tageszeit veränderte. Ich muß dort 24 oder 48 Stunden  gelegen haben. Das Einzige zu dem ich zwischendurch in der Lage war, war etwas zu trinken und immer wieder zur Toilette zu gehen, da mein Körper alles ablehnte und nichts mehr bei sich behielt. Es war eine Radikaldiät, denn der Körper arbeitet gegen sich, arbeitet gegen den Kopf. Er verbraucht dabei so viel Energie, als würde man im Garten ein großes Loch ausgraben oder in einer alten Lokomotive, die noch mit Koks betrieben wird, den Job als Heizer verrichten. Der Körper läuft auf Hochtouren !

Keine Diät der Welt schafft das, ohne Bewegung innerhalb von 3 Tagen 4 kg, von 47 kg auf 43 kg abzunehmen. Aber ich kann keinem diese Diät empfehlen, man kann sie selbst nicht mehr beeinflussen, man kommt nicht dagegen an.  

Ich bin heute 9 Jahre weiter, mit meinen Erfahrungen, meiner Krankheit, mit vielem. Ich habe diese Diät überstanden wie vieles andere in dieser Zeit auch, aber das erzähle ich Ihnen im nächsten Blog.

Ich würde mich freuen über Anmerkungen und auch kritische Stimmen von Ihnen. Ich verbleibe bis dahin und bitte Sie der Neuen eine Chance zu geben.

Herzlichst Gabriele B.

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