Die neue Elite

Tatsächlich sinkt seit einigen Jahren die Quote der Abiturienten, die ein Hochschulstudium absolvieren, und bewegt sich mit mittlerweile nur noch 35,5 Prozent schon in recht große Entfernung zur politisch gewollten Mindestquote. Mit der Einführung der Studiengebühr ist dieser Rückgang, betrachtet man die Bewerberzahlen, die teils sogar noch gewachsen sind, nicht in Verbindung zu bringen.

Grund für den Rückgang der Studentenzahlen sind lokale Zulassungsbeschränkungen an den verschiedenen Hochschulen. Rektoren haben erkannt, dass sie mit einem lokalen Numerus Clausus (NC) wirksam ihre Studentenzahlen dem zur Verfügung stehenden Budget anpassen können. Dabei können sie sich mittlerweile sogar auf ein Gerichtsurteil stützen, welches ihnen die Berechtigung zuspricht, für Bachelor- und Masterstudiengänge kleinere Gruppenstärken über den sog. Betreuungsschlüssel festzulegen.

Der lokale Numerus Clausus ist bundesweit mit unterschiedlichem Nutzungsgrad im Einsatz. Die Universität Halle beispielsweise bietet nur noch rund 10 Prozent ihres gesamten Studienangebots ohne Zulassungsbeschränkung an. In Nordrhein-Westfalen unterliegen mittlerweile 43 Prozent aller Studiengänge einem NC, fünf Prozent mehr als noch im Vorjahr.

So gerät der Hochschulpakt 2010, der 90.000 weitere Studienplätze finanzieren sollte, zum Papiertiger. Am Ende wird sich wahrscheinlich herausstellen, dass die Gelder aus dem Hoschschulpakt 2010 so eben ausreichen, um das derzeitige System im Status Quo vor der Pleite zu retten.

Die so entstehende neue Elite wird´s freuen. Nicht lange und der Schmiss erlebt ein ruhmvolles Revival.

(Foto: www.pixelquelle.de)

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