Die deutsch-amerikanische Börsenfusion: Was ändert sich für die Anleger?

Deutsche und amerikanische Börse wollen sich zur größten Börse der Welt zusammenschließen.

Seit Februar 2011 wird am Konzept gearbeitet. Bis zum Jahresende soll die Börsenfusion erfolgt sein.

Börsenfusion!

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Ängste der Anleger

  • Die milliardenschweren Pläne der Fusion von Deutscher Börse und NYSE Euronext haben nicht nur Begeisterung ausgelöst. Die größte Börse der Welt hat nicht nur Vorteile für Anleger. Einige Großkunden melden zunehmend Bedenken an.
  • Die Broker und Banken sind der Meinung, dass der Zusammenschluss der zwei Börsenbetreiber eine Monopolbildung zur Folge hätte. Selbst wenn es nur in einigen Bereichen zu einer Marktbeherrschung kommen sollte, würde das eine Erhöhung der Handelskosten mit sich bringen. Die angepeilten Einsparungen würden danach sicher nicht an den Endkunden weiter gegeben.
  • Die amerikanische NYSE Euronext tritt den Befürchtungen mit dem Argument entgegen, dass die Kapitalanforderung für die Endkunden sinken werde. Dabei handelt es sich um einen prognostizierten Wert von rund 4 Milliarden Dollar (2,9 Milliarden Euro).

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Es sind noch viele Fragen zu klären

  1. Für deutsche Anleger führte eine deutsch-amerikanische Börsenfusion bisher zu einer Vielzahl von Fragen. Die Komplexität des Börsengeschäfts wird zunehmen, aber oftmals führt mehr Komplexität nicht zu beabsichtigten Einsparungen.
  2. Der Anlegerschutz muss im internationalen Kontext organisiert werden. Wie soll das konkret nach der Börsenfusion aussehen?
  3. Welche Regelungen wird es zur Überwachung des Kapitalmarktgeschehens geben? Es muss in jedem Fall eine Abstimmung aller betroffenen nationalen Institutionen und Behörden geben.
  4. Welches Aktionärsverständnis wird sich durchsetzen? Angloamerikanisches und kontinentaleuropäisches Verständnis der Kapitalanleger stehen sich gegenüber.
  5. In Europa wird Wert auf Kapitalerhaltung und Kapitalsicherung gelegt. Die Vorgaben an den Gläubigerschutz sind in Europa strenger als in Amerika. Wie weit wird sich die europäische Denkweise der angloamerikanischen Aktionärskultur annähern?
  6. Das kontinentaleuropäische bzw. deutsche Verständnis des Aktienrechts muss debattiert und gegebenenfalls neu bewertet werden.

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