Die Anlagestrategie: Was der Renditenvergleich aussagt

Wenn Sie eine bestimmte Summe Festgeld anlegen möchten oder einen Sparplan aufstellen, führt kein Weg am Renditenvergleich vorbei. Der Renditevergleich zeigt, wie hoch die Gewinne der verschiedenen Anlageformen je 100 angelegte Euro sind. Lesen Sie hier, wie Sie Ihre Anlagestrategie aufbauen.

Festverzinsliche Wertpapiere

Die Zinsrendite ist einfach abzulesen: Wenn bei einer Sparanlage oder beispielsweise einem festverzinslichen Wertpapier der Zinssatz über die gesamte Laufzeit fix ist, ist dieser Zinssatz auch die Rendite. Sie müssen nur noch eventuelle Ausgabe- oder Kontoführungsgebühren berücksichtigen.

Allerdings sind Zinsanlagen zurzeit nicht besonders attraktiv. In Deutschland gibt es für Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit nur noch 0,16 Prozent Zinsen (Stand April 2015, Quelle Statista). Auch die Anleihen der Nachbarländer wie Frankreich, Belgien, Niederlande oder Österreich liegen unter 0,5 Prozent. Etwas mehr Zinsen gibt es für spanische Anleihen (1,32 Prozent) oder in den USA (1,92 Prozent).

Dividenden und Kurssteigerung

Mehr Aussicht auf Gewinn haben heutzutage Aktionäre, und zwar aus zwei Gründen. Zum einen schütten deutsche Unternehmen in diesem Jahr große Summen als Dividenden an die Aktionäre aus. Die Dividende richtet sich nach den Gewinnen aus dem Vorjahr – nach guten Jahren werden die Dividendenzahlungen erhöht, nach schlechteren Jahren kann sie gekürzt werden. In diesem Frühjahr schütten alle Dax-Unternehmen zusammen rund 29,5 Milliarden Euro an die Aktionäre aus, berichtet die Unternehmensberatung Ernst & Young. Damit kommen die Dax-Unternehmen auf eine Dividenden-Rendite von 2,9 Prozent – weit besser als die staatlichen festverzinslichen Wertpapiere.

Zum anderen gewinnen Aktien aber auch durch Kurssteigerungen. Der Renditevergleich über einen längeren Zeitraum zeigt, dass Aktien zuverlässige Anlagewerte sind – solange man auf eine gute Mischung und solide Unternehmen setzt. Wer 2004 Aktien aus dem Dax gekauft und gehalten hat, erreicht nach zehn Jahren eine durchschnittliche jährliche Rendite von 8,7 Prozent. Das ergibt eine Auswertung des Deutschen Aktieninstituts.

Investmentfonds und ETFs im Renditenvergleich

Wer sich nicht selbst um die Zusammenstellung eines passenden Aktienportfolios kümmern mag, kann auf Fonds setzen, die bestimmte Aktienfonds oder Marktsegmente abbilden. Damit ist eine breite Streuung des Risikos und der Wertentwicklung gegeben. Die ETFs (börsengehandelte Investmentfonds) sind auch unter Renditegesichtspunkten höchst attraktiv. Auf zehn Jahre betrachtet, brachten europäische und internationale ETFs eine Rendite von über drei Prozent. Diese Form eignet sich besonders gut, um mit dem regelmäßigen Investment kleiner Summen ein Vermögen für die Altersvorsorge aufzubauen.

Gerade wer eine Anlagestrategie für die Altersvorsoge plant, darf beim Renditevergleich das Risiko nicht aus den Augen verlieren. Jeder Anleger und jede Anlegerin muss sich klarmachen, dass Traumrenditen nur mit einem hohen Ausfallrisiko zu erreichen sind. Vorsicht also bei Rekordrenditen – solche Geschäftsmodelle halten einer seriösen Überprüfung nicht immer stand.


IMG: Thinkstock, 187474778, iStock, denphumi

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