Der Hermann Kuchen: Rezept für einen ganz besonderen Teig

Der Hermann Kuchen war vielleicht St. Martins Lieblingskuchen. So, wie dieser edle Ritter sein Kleid mit einem armen Obdachlosen teilte, so können Sie den aufgegangenen Teig an Freunde weiterreichen.

Warum heißt er bloß Hermann? Kuchen, christlich und fromm, aus Hefe

Früher wurde ein Klumpen Hermann zusammen mit einem Brief weitergereicht, der das Rezept und die Fütterung beschrieb. So konnte der Beschenkte das Wunderzeug nach Anleitung neu gedeihen lassen und wieder an andere verschenken.

Damals noch unerklärbar war, wie der Kuchen sich vermehren kann. Heute kann die Wissenschaft das Phänomen erklären. Um es kurz zu machen: Enzymatische Reaktionen der Hefebakterien verändern den Teig. Mehl, Zucker und Milch sind in den zehn Hermann-Tagen ihr Futter. Eine ähnliche enzymatische Reaktion ist an Kombucha beobachtbar.

Nur weshalb der Kuchen Hermann heißt, ist zumindest uns bis heute schleierhaft…

Hermann Kuchen: Die Zutatenliste

Zutaten für Grundrezept

  • 100 g Weizenmehl
  • 1 EL Zucker
  • 1/2 Pk Trockenhefe
  • 150 ml lauwarmes Wasser

Zutaten für die Füttertage

  • 1 Tasse Mehl
  • 1 Tasse, später 1/2 Tasse Zucker
  • 1 Tasse Milch

Zutaten für Kuchen

  • 1 TL Zimt
  • 1 Tafel gehackte Zartbitterschokolade
  • 1 Tasse Kokosraspeln
  • 1 Tasse gehackte Nüsse
  • 1/4 Tasse Brauner Zucker
  • 1/2 Tasse geschmolzene Butter
  • 1/2 Tasse Öl
  • 2 Tassen Mehl
  • 1 Tasse Rosinen
  • 1 Tasse Zucker
  • 1 Pk. Backpulver
  • 2 Eier
  • 1 Tasse kandierte Früchte
  • ca. 200 g Hermann Teig

 

Hermann Kuchen: Die Zubereitung

1

Grundteig zubereiten

Mehl in eine Schüssel sieben. Sie darf nicht aus Metall sein und muss verschließbar sein. Zucker und Trockenhefe vermengen, dann das lauwarme Wasser zugießen. Mit einem Kunststoffrührlöffel verrühren, von der Mitte aus. Schüssel verschließen.

2

stehen lassen

Den Grundteig zwei Tage an einem warmen Ort (nur bei optimalen Temperaturen können die Hefebakterien arbeiten) gehen lassen, zwischendurch hin und wieder verrühren. Am dritten Tag in den Kühlschrank stellen und dort für den Rest der Zeit aufbewahren.

3

Die Hermann-Tage

Nach 24 Stunden beginnt der 1. Hermann-Tag. An diesem muss der Grundteig nur ruhen. In den drei darauffolgenden Tagen muss er einmal täglich umgerührt werden.

4
Am fünften Tag werden 1 Tasse Mehl, ½ Tasse Zucker und 1 Tasse Milch hinzugefügt und gut verrührt.

5
Die folgenden vier Tage umrühren.

6

Backtag

An diesem Tag wieder 1 Tasse Mehl, 1 Tasse Zucker und 1 Tasse Milch hinzufügen und verrühren.

7

Grundteig teilen

Den Grundteig in vier gleiche Stücke teilen. Diese müssten je etwa 200 Gramm wiegen.

8

backen

Alle Zutaten für den Kuchen werden in einer großen Schüssel von Hand gut durchgerührt.

9
Dann wird die Masse in eine Kastenform gefüllt.

10
Auf der unteren Schiene bei 180° für 45-60 Minuten backen.

11
Mit einem Holzspieß anstechen. Ist dieser noch feucht, muss der Kuchen weiterbacken, bis der Holzspieß beim Anstechen trocken bleibt. – Der Hermann Kuchen ist geboren.

Tipps und Hinweise

  • Man findet mehrere Variationen auf den fertigen Hermann Kuchen, während das Teigrezept immer gleich bleibt. Manche verwenden auch für die Zubereitung des Kuchens 1 Tasse Milch und ein Ei mehr.
  • In manchen Rezepten wird Kombucha als Fütteralternative zur Milch vorgeschlagen.
  • Für das Rezept brauchen Sie mehr Geduld und Beharrlichkeit als beispiellose Fertigkeiten.
Schwierigkeitsgrad:  

2 Meinungen

  1. Hatte den Teig schon wieder ganz vergessen. Als Kind rührte mir meine Oma mal einen Hermann an und ich pflegte ihn wie ein Haustier 🙂 Wird mal wieder Zeit einen neuen zu machen. Danke für die Idee.

  2. ich habe auch mal einen trig angemischt^^nach dem teilen habe ich einen behalten und die andern zwei verschenkt!das erste teilchen habe ich dann gebacken!kann man auch nur den teig backen? ohne kuchen zutaten?bitte schnell beantworten!!!eure isabella

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