Das Topspiel der Woche: Bayer Leverkusen gegen Borussia Dortmund

Bayer Leverkusen gegen Borussia Dortmund – mehr Spitzenspiel ging nicht in der vergangenen Saison. Dabei spielten die Leverkusener lange eine sehr gute Rolle, doch der BVB überstrahlte mit seinem genial-glanzvollen Jugendstil alles und wurde überlegen deutscher Meister. Das erste große Spitzenspiel der Bundesligasaison 2011/2012 kann für beide Klubs schon eine grobe Richtung für den restlichen Saisonverlauf angeben, denn nur wer gewinnt, beißt sich schon von Anfang an in der obersten Tabellenregion fest.

Bayer Leverkusen: Die Werkself steigert sich kontinuierlich

Robin Dutt ist angekommen bei Bayer Leverkusen. Nach dem Pokal-Aus in Dresden und dem Liga-Fehlstart in Mainz, hat der aus Freiburg gekommene, eloquente Coach so langsam in die Spur gefunden. In den Vergleichen mit den starken Bremern und Stuttgartern konnte Dutts Mannschaft zuletzt jeweils knappe 1:0-Siege feiern. Erfolgsgaranten waren dabei eine solide stehende Defensive und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor zum entscheidenden Zeitpunkt. So langsam bilden sich bei Bayer auch Hauptdarsteller heraus. Einer von ihnen ist überraschend der junge Torwart Bernd Leno, den die Leverkusener in einer fast panikartig anmutenden Nacht-und-Nebel-Aktion aus Stuttgart verpflichteten. Nachdem sich die ersten beiden Torhüter Rene Adler und Fabian Giefer verletzten, war Robin Dutt der erfahrene dritte Keeper David Yelldell offenbar nicht gut genug. Also lieh man Leno bis zur Winterpause aus, was den VfB freuen wird, denn so erhält das große Torwarttalent Spielpraxis auf Topniveau. Dummerweise zeigte Leno dies auch im Gastspiel bei seinem eigentlichen Verein. Nach zwei Bundesligaspielen hat der 19-jährige zweimal seinen Kasten sauber gehalten. Weiteres Prunkstück von Bayer Leverkusen ist wie im letzen Jahr das Mittefeld. Ebenso ist da die Rolle von Michael Ballack wieder einmal Gesprächsstoff Nr. 1. Der ehemalige Nationalmannschaftskapitän schafft es angesichts der großen Konkurrenz auf seiner Position im zentralen Mittelfeld einfach nicht, sich einen Stammplatz zu erkämpfen. Und solange dies nicht gelingt, wird von außen immer Unruhe in die Mannschaft herein getragen werden. Einigen Spielern scheint das allerdings nicht zu schaden. Kapitän Simon Rolfes blüht auf und war entscheidend an den letzten beiden Siegen beteiligt. Ebenso hat der junge Lars Bender mit seinem unauffälligen, aber wirkungsvollen Spiel im defensiven Mittelfeld beeindrucken können. Noch etwas hinter den Erwartungen zurück bleibt bisher der prominenteste Neuzugang André Schürrle. Dennoch scheint Leverkusen wieder auf dem Weg nach ganz oben zu sein, wenn es sich wie angedeutet nicht zu sehr vom Hickhack um Ballack aus der Bahn werfen lässt.
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Borussia Dortmund: Spannung vor den ersten Festspielwochen

Der BVB hat die Form der letzten Saison noch nicht wieder erreicht. Dennoch strahlt Jürgen Klopp auch nach dem mühevollen 2:0 gegen Nürnberg am 3. Spieltag Ruhe und Optimismus aus. Das muss er auch, denn die große Reifeprüfung für sein junges, aufstrebendes Team kommt erst noch mit den ersten Partien in der Champions League. Einstweilen wollen sich die Schwarz-Gelben aber auch in der Liga wieder erfolgreich präsentieren. Und obwohl der ganz große Glanz, abgesehen von einer Halbzeit gegen Hamburg, bislang fehlt, scheint die Truppe nach wie vor gut zu harmonieren. Die für Spielmacher Nuri Sahin gekommenen Ilkay Gündgan und Ivan Perisic konnten bereits erste Duftmarken setzen. Der unbekannte Chris Löwe vom Regionalligameister Chemnitzer FC hat den bisher unanfechtbaren Marcel Schmelzer auf der linken Verteidigerposition bislang hervorragend ersetzt. Ansonsten haben sich neben dem überragenden Mario Götze und den zuverlässigen Innenverteidigern Mats Hummels und Neven Subotic Spieler ins Rampenlicht gebracht, die in der letzten Saison eher Schattenrollen spielten. Dies betrifft aktuell besonders Eduard Lewandowski. Der Pole ersetzt den verletzten Starstürmer Lucas Barrios bislang exzellent, bindet vorn oft mehrere Gegenspieler, legt für seine Kumpanen auf und erzielte gegen Nürnberg mit dem wichtigen 1:0 sein erstes Saisontor. Es scheint, als wenn Borussia Dortmund in der Breite besser aufgestellt ist. Ob es aber auch wieder zu genug Spitzenleistungen reicht, das werden die Partien in der Champions League und zum Beispiel das Spitzenspiel in Leverkusen zeigen.
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Prognose: In der letzten Saison siegte jeweils die Auswärtsmannschaft. Während Leverkusens Triumph in Dortmund der letzte Sieg einer Gastmannschaft im Westfalenstadion war, konnten die Dortmunder bei ihrem 3:1-Erfolg in der BayArena die Weichen auf Titelgewinn stellen. Diesmal wird es anders kommen: Leverkusen zeigt sich bislang zwar nicht überragend, aber sehr kompakt und vorne effizient. Dortmund braucht nach wie vor zu viele Torchancen für einen Treffer und findet im jungen Leverkusener Torwart Leno immer wieder seinen Meister. Dieser bleibt erneut ohne Gegentor und sorgt für den dritten 1:0-Sieg seiner Mannschaft in Folge.

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