Das neue Asus G74: die markanten Verbesserungen im Überblick

Immer schneller, besser, größer, toller und hässlicher war der Trend der Gaming-Notebooks der letzten Jahre. Asus brach mit dem Asus G73 Konzept radikal und begeisterte mit einem durchdachten Konzept, was optisch und technisch nicht alle Mängel beseitigen konnte und neue hervorbrachte. Am nervigsten war für viele wohl die fehlende Raid0-Funktion bei den beiden Festplatten oder in seltenen Fällen der Lüfter, welcher scheinbar durch simple Flashanwendungen völlig überdrehte. Von den technischen Updates mal abgesehen, hat Asus einen erneuten Designsprung gewagt und einige elementare Problemzonen gelöst, was auch zu einer gewissen Enttäuschung führt.

Das überarbeitete Asus G74 Design

Auf den ersten Blick scheint sich nicht großartig was verändert zu haben. Die Oberfläche ist wieder im schönen Matt getaucht, besitzt die schicke Handballenablage, beleuchtete Tastatur und zwei mächtige „Auspuffe“ als Lüfter. Meine persönlich wichtigste Änderung ist die Anordnung der Tastatur, die endlich eine Trennung der Pfeiltasten zur Folge hat und nicht ständig durch merkwürdige Fehleingaben punktet, weil man durch die ungewöhnliche Anordnung nicht weiß, ob man gerade die Null auf dem Numpad erwischt hat oder die rechte Pfeiltaste. Wahlweise auch mit der CTRL-Taste und der linken Pfeiltaste möglich.

[youtube pGyc36KKdRw]

Die Tastaturauflage zieht sich nun komplett quer über das Gerät, statt abrupt durch zusätzliche Erhöhung aufzuhören. Der damalige Freiraum wurde für die Grafikkarte auf der linken Seite genutzt. Weil dies fehlt, schlägt sich das in eine höhere Bauform nieder. Doch so schlimm ist das alles nicht. Das Asus G74 ist Teil der Republic of Gamers (kurz: RoG) Reihe und wurde in Zusammenarbeit mit eSportlern designed. Das G74 ist genauso breit. In der Tiefe konnten 3 unbedeutende Millimeter eingespart werden, die aber in der 3 Millimeter erhöhten Bauform wiederkehren. Am Ende kommen wir auf die Endmaße von 42,0 x 32,5 x 6,1 cm (B/H/T). Das Touchpad erhält zwei getrennte Maustasten, statt der ekligen Single-Button Wippe. Da das System als Desktop-Replacement eingesetzt wird, sollte man doch eher zu einer eigenständigen Maus greifen. Optisch empfiehlt sich die Roccat Pyra (Wireless) zum Asus G74 Design. Das Heck hat nicht mehr das schicke Lamborghini/Stealth-Fighter Design und greift auf voll integrierte Lüfter zurück, die dem G72 Modell ähnlich sehen. Optisch ein klarer Rückschritt in die Masse, hinsichtlich der Lautstärke ist durch die vergrößerte Lüftung allerdings ein ruhigeres Laufgefühl zu erwarten.

Technisches Glanzstück mit bekannter Festplattenproblematik

Die AsusTek-Gruppe hat alles Verbaut was der Markt derzeit hergibt. Der 120 GHz 3D Full HD (1920 x 1080 Pixel) 17,3 Zoll Bildschirm wurde für maximales Seherlebnis und ohne störendes Flackern dafür aber mit Glare-Display, welcher hübsch spiegelt, verbaut. Es gibt übrigens für das Asus Display der G73/G74 Baureihe entsprechende Folie zum Entspiegeln für wenige Euros. Die Helligkeit ist für Innenräume ausreichend, da das Gerät für Außeneinsätze von vornherein nicht angedacht wurde, ist das Display auf diesem Gebiet entsprechend schlecht. durch Intel Core i7-2630QM Quad-Core mit einem Basistakt von 2 GHz und Turbo-Boost Funktion bis hoch auf 2,9 GHz. Hohe Durchsatzraten für die Verarbeitungen sind mit der neuen 6 MB Smart Cache Verwaltung garantiert (die Level werden vom System je nach Anforderung zugewiesen). Der Rest des Sandy-Bridge Modells ist seinen anderen i7 Modellen gegenüber gleich, sprich Hyper-Threading mit 4 weiteren virtuellen Kernen und die Fertigung auf 32nm bei 45 Watt Verbrauch, welche bei normaler Nutzung erreicht werden. Beim Turbo-Boost steigt der Stromverbrauch entsprechend an. Ausgerüstet wurde das Asus G74 mit dicken 12GB RAM Arbeitsspeicher. Schaue ich auf meinem Gerät (Vorjahres-Modell G73), sehe ich, dass zu keinen Zeitpunkt auch nur annähernd die 8 GB voll genutzt wurden. Das Maximum lag hier kurzzeitig bei 6GB dank parallel laufender Videoschnittprogramme. Grafische Sprünge werden dieses Jahr mit der Nvidia GeForce GTX 560M und 3GB GDDR5 VRAM (virtueller Arbeitsspeicher) geleistet. Letztes Jahr noch auf Siegeskurs mit AMD, weil Nvidia mit Fermi den Markt verpennt hatte, dieses Jahr die leistungsstarke GTX 560M, welche für Spieler interessanter sein dürfte. Das Soundsystem inklusive des Subwoofers auf der Unterseite des Gerätes sorgen für passable Töne. Der Speicherplatz erfährt gleichermaßen ein Upgrade, statt 1 TB gibt es nun 1,5 TB verteilt auf 2 Festplatten zu je 750 GB, die weiterhin nicht im Raid0-Verbund arbeiten und wahrscheinlich wieder so lächerlich auf 4 Partitionen aufgeteilt wurden. Wer mit den Partitionsmanager von Asus klar kommt, sollte da nochmal unbedingt nachhaken, bevor er seine erste Software auf die Platte installiert. Blu-Ray Brenner, altbekannte Anschlüsse (weiterhin ohne eSATA!) und der schwachbrüstige Akku, mit vielleicht einer oder maximal zwei (mit viel IDLE-Modus und gutem Willen) Stunden Akkulaufzeit, runden das ansonsten bekannte Paket ab.

Bei der Software kann man wie immer nur raten: Alles runter damit! Die meiste Software, wie die Energieverwaltung, verhakt sich mit dem Microsoft Windows 7 Home Premium Edition Energiemanagement und bremst das System unnötig aus. Wer speziell angepasste Energieprofile möchte, der legt die sich sowieso direkt unter Windows an. Das Express Gate sieht zwar hübsch aus, hat aber die gleiche Macke sämtliche Funktionen auf einer weiteren Oberfläche zu sammeln, die ständig im Hintergrund läuft und Ressourcen schluckt. Da ist aber Asus nicht besser als alle anderen Hersteller, die unter Windows PCs vertreiben. Immer dieser Drang nach der persönlichen Note, der mehr schadet als dem Anwender hilft.

Der preisliche Einstieg wird wohl wieder bei 1.799 Euro liegen. Alternativ kann man das letzte Asus G73 Update mit Nvidia GeForce GTX 460M, statt GTX 560M für knapp 300 Euro weniger ergattern. Der Rest der Konfiguration ähnelt sich, es handelt sich sogar um die gleiche CPU. Wer den Verbesserungen auf optischer Ebene keinen Pluspunkt abringen kann und dem eine Nvidia GeForce GTX 460M ausreicht, der sollte sogar zum G73 Modell greifen, denn der Neupreis des G74 ist derzeit keinesfalls gerechfertigt!

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.