Das Leben als Lego

Zu den Zeiten, als die Entschlüsselung des menschlichen Genoms noch eine fast unbezwingbare Herausforderung war (also vor ca. 15 Jahren) wusste der durchschnittliche Forscher bei dem Molekülhaufen der DNA kaum, ob er vorne oder hinten anfangen sollte. Mit brachialen Mitteln konnte man zwar auch etwas daran verändern, aber elegant war das nicht gerade. Und so war die Arbeit an der DNA lange Zeit langsam, teuer und unzuverlässig. So wie Großcomputer mit Lochkarten zu meinen Raumfahrttechnik-Studienzeiten.

Aber die synthetische Biologie holt mit Siebenmeilenstiefeln auf. Es wurde schon vorgeschlagen, den Fortschritt nach Rob Carlson, einem Forscher der Universität Washington die Carlson-Kurve zu nennen, weil seine Graphen über die Effizienzsteigerung bei der DNA-Synthese so ähnlich aussehen wie das  Moorsche Gesetz über die Verdopplung der Chip-Leistung alle 18 Monate.

Endy und Knight vom MIT bringen diese effizientere Nutzung der DNA mit ihren BioBricks auf ein neues Niveau. Ein BioBrick enthält einen bestimmten Teilstrang der DNA, der eine bestimmte Sache tut, mit standardisierten Verbindungsstellen an den Enden. Sie können verschiedene Biobricks also zusammenklinken um eine DNA genau nach ihren Ideen zusammenzustecken, wie Lego-Steine, oder wie ein C++ – Programmierer, der sich aus einer Objektbibliothek bedient.

Heute setzt man PCs zusammen, indem man ein Motherboard aus Taiwan, eine Soundkarte aus Hongkong und ein paar Chips aus Korea zusammensteckt. Betriebssystem drauf, anschalten, fertig! Was wird wohl die synthetische Biologie für den Heimgebrauch zukünftiger Generationen sein?

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