Bis in die Puppen!

Wieder mal eine dieser Redewendungen, die man ohne weiter darüber nachzudenken verwendet, eigentlich aber keinen blassen Schimmer hat, wo sie eigentlich herkommt.

Das Ganze kommt aus Berlin. Zur Erklärung müssen wir die grüne Lunge Berlins besuchen, den Berliner Tiergarten. Hier wurde im 18. Jahrhundert der Platz Großer Stern mit Statuen aus der antiken Mythologie geschmückt. Die berühmte Siegessäule stand damals noch nicht. Und anstelle des mehrspurigen Kreisverkehrs, der täglich von 180.000 Autos befahren wird, war der Platz mit doppelten Alleen eingefasst und mit Statuen geschmückt, die der Architekt Freiherr Georg von Knobelsdorff errichten ließ. Die Berliner nannten diese Statuen etwas spöttisch "Puppen".

Da der Große Stern früher noch recht weit außerhalb des Stadtzentrums lag, musste man einen langen Spaziergang unternehmen, um zu den so genannten Puppen zu kommen. Aus diesem weiten Weg entwickelte sich später die Redewendung "bis in die Puppen", die von der räumlichen auf die zeitliche Erstreckung übertragen wurde. Seitdem bedeutet „bis in die Puppen" so viel wie „sehr lange".

Quelle: Duden-Newsletter vom 28.06.2002

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