Billig hilft nicht

Warum bringen junge Mütter in Dänemark ihre Kleinsten in die Kindertagesstätte? Weil sie wissen, dass diese dort nicht nur verwahrt, sondern effektiv nach den neusten pädagogischen Erkenntnissen betreut werden. Und da die deutsche Wirtschaft in absehbarer Zeit die gut qualifizierten Frauen als Arbeitskräfte braucht, gibt es auch bei uns Bewegung in der Frage der „Kleinstenbetreuung“. Allerdings – wie fast immer, wenn es um Kinder und Jugendliche geht – bevorzugen deutsche Politiker leider die Billiglösung. Nehmen wir NRW: Es soll ein „Kinderbildungsgesetz“ verabschiedet werden. Es sieht zwar eine deutliche Erhöhung der Betreuungsplätze für unter Dreijährige vor, aber auch eine deutliche Verschlechterung der Qualität dieser Betreuung. So schreibt Catrin Bialek im Handelsblatt heute: „… Die Zahl der Kitaplätze für unter Dreijährige soll bis 2010 auf 66.500 steigen – das sind doppelt so viele wie heute. Bei dieser imposanten Zahl ist aber eines schon heute klar: Die Betreuung der unter Dreijährigen außer Haus wird sich im bevölkerungsreichsten Bundesland mit dem neuen Gesetz dramatisch verschlechtern. Ein Beispiel: Waren die Kleinen bislang in altersgemischten Gruppen untergebracht und hatten somit Gelegenheit, von älteren Kindern zu lernen, so werden sie künftig in eintönigen Kleinkindergruppen separiert. Oder: Haben sich bislang drei Erzieherinnen um im Durchschnitt 15 kleine und größere Kinder gekümmert, so stehen künftig für dieselbe Anzahl an Kindern nur noch zwei Fachkräfte zur Verfügung.“
Ob die qualifizierten Mütter ihre Kinder unter diesen Bedingungen staatlich betreuen lassen, ist fraglich. Hier wird eine große Chance verpasst

Eine Meinung

  1. Es muß ja nicht unbedingt ein Nachteil sein, wenn Kinder mit Gleichaltrigen
    zusammen sind. Gerade in Vorkindergärten habe ich die Erfahrung gemacht,
    daß 2,5 – 3 Jahre alte Kinder gerne mit Gleichaltrigen zusammen sind.

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