Biebrich treibts bunt und Schierstein macht mit

Auf nach Biebrich zur neuen Kunstlandschaft! Die hier ansässigen Künstlerinnen und Künstler haben die Bedeutung von Kunst für die Stadtteilkultur und als integrierenden Prozeß erkannt und bieten ein breites Spektrum. Jeder, der hier arbeitet, konnte sich beteiligen, erzählt Elfie Clement, eine der Initiatorinnen. Im Atelier des ZSP Rheinblick (Rathausstrasse 48 ) finden wir Arbeiten, teilweise preisgekrönt, von Menschen mit Psychatrieerfahrung. Wir sind im Hinterland des Himmels. Besonders hübsch ein kleines Bild mit der Unterschrift ‚Schirndirektor Max Hollein vor dem Nichts‘.

Im ZollHof ( Rheingaustrasse 147 ) stellen fünf Künstler aus: Birgid Helmys Skulpturen sind realistisch und voller Humor, entbehren nicht einer gewissen Situationskomik http://www.helmy.eu/  Dirk Marwedels ‚Begegnungsfeld‘ macht durch kleine Hinzufügungen aus einem nackten Betonboden  eine Sphäre ungewohnter Nähe. Rainer Unholz hat sich fotografisch oft verschmähten winzigen Details angenähert – Alltagsmelancholie und Witz. Jürgen Mielings Steinskulpturen abstrahieren die menschliche Figur. Und Renate Reifert lässt in einem winzigen Raum eine Riesenscheibe gegen den Uhrzeigersinn laufen. Schönes Detail: In deren Mitte wird das Außen gespiegelt und gebrochen. Ihre neuesten Bilder zeigt sie in ihrem Atelier in der Wilhelm-Kalle-Strasse 24. Fotos dokumentieren, wie Renate Reifert durch sensible Farbgestaltung der Wände und Decken selbst Zahnarztpraxen ein wenig von ihrer Beklemmung nehmen kann http://www.renate-reifert.de/

Einige der Künstler bieten workshops an, ein kleines Café ist auch da, hübsch improvisiert. Und telefonisch kann eine Rikscha geordert werden, um bequem entlang des Rheins Kunst erfahren zu können.

Weiter zum BauHof-Biebrich in der Teplitzstrasse 17. Ein Viertel mit hohem Ausländeranteil, viele Jugendliche. Der BauHof ist Treffpunkt: Es gibt Beratung zu allen Fragen des Alltags, einen günstigen Mittagstisch, Kurse aller Art, Feste und vieles mehr. Das Quartiersmanagement erreicht man unter http://www.biebrich-suedost@online.de/

Ich spreche mit dem Künstler Rüdiger Steiner. Kontakt 0175 33 16 509. In seinen farbenfrohen Arbeiten thematisiert er das Unterwegs-Sein und ‚erzählt‘ mit Bildern und Worten von inneren und äußeren Augenblicken. Hat bengalische Bildrollenmaler besucht. Er nimmt die Jugendlichen aus Biebrich in ihren eigenen Kunstformen sehr ernst und gibt ihnen im BauHof Raum. Ihrer Wut, ihrer Enttäuschung, ihren Verletzungen. Provokant und prickelnd. Voller Witz und Charme. Kunstsplitter nennt sich dieses Projekt von Mira Müller und Rüdiger Steiner  http://www.kunstsplitter-ausstellungen.de/ Tolles Vorhaben!

In Schierstein bestaunen wir zuerst die Räumlichkeiten von Frank Widmann in der Rheingaustrasse 85b. Das Gebäude soll der Chemiefabrik Kreussler gehört haben und von einem Schreiner umgebaut worden sein. Ein Loft über zwei Stockwerke, ein sensationelles Raumgefühl. Hier fotografiert Widmann die Bilder, die bereits in seinem Kopf existierten. Aufwändig stilisiert, großformatig, akkurat. http://www.frank-widmann.de/

Vom Besuch bei Elfie Clement habe ich bereits geschrieben. Nachhaltigster Eindruck.

Die ersten Kunsttage in Biebrich und Schierstein – ein Erfolg. Mehr Besucher sind zu wünschen, die den Weg an den Stromkilometer 504 nicht scheuen. Es lohnt sich!

http://www.stromkilometer504.de/

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