Assassins Creed

Sicherheitshinweis vorab: Für optimalen Spielgenuss beim Performance-Tuning an zwei Dingen NICHT sparen: Schatten und Multisampling. Das Spiel simuliert Beleuchtung ziemlich gut, was den Nachteil hat, dass die Umgebung bei ausgeschalteten Schatten viel zu grell wirkt. Multisampling sieht einfach besser aus, lieber das Detaillevel ein bisschen runterschrauben.

Erinnerung geladen. Ort: Damaskus. Zeit: 1191 AD. Synchronisationslevel: Maximal.
Gedränge. Züge von Frauen, Krüge auf dem Kopf, zwischen schreienden Besitzern von Marktbuden. Das Licht fällt schräg auf den kleinen Platz, bricht sich blitzend im gezogenen Schwert des Wächters. Ich kann ihn von der Bank aus sehen, er sucht hastig, hat mich längst verloren, wird das erst in ein paar Sekunden einsehen. Meine weiße Kutte wirkt auffällig genug zwischen den grau-braunen Trachten der Eingeborenen, aber er sieht mich nicht. Nach ein paar hektischen Drehungen zwischen den seelenruhig ihre Ware befördernden Marktfrauen gibt er auf. "Er ist besser geworden!" Mit diesen Worten verzieht er sich, zurück auf den Posten am Eingang des Marktes. Ich erhebe mich von der Bank, verschwinde schleunigst in der Menge, für ein paar Sekunden ratlos, was nun? Ich bin neu in der Stadt, mein Auftrag ist klar (Töte ihn!), der Rest ist es nicht. Die betenden Männer, in deren Mitte ich unerkannt die Stadtwachen passieren konnte, ziehen weiter ihre Kreise durch die Stadt, ich kann sie auf dem GPS des Animus sehen, zwei Straßen weiter. Der Animus – es fällt mir wieder ein. Über die Intensität der Erfahrung vergesse ich immer wieder, dass all das hier nicht real ist. Erfasse ich ein Ziel, dann spinnt die Software kurz und es flackern seltsame Zahlen und Diagramme ins Bild, die mir sagen wollen: Ich bin nicht Altair, der Assassine, eigentlich heiße ich Desmond Miles und werde von weißbekittelten Menschen gefangengehalten, die mich an den Animus anschließen und mich irgendwelche genetisch vorhandenen Erinnerungen nacherleben lassen. So richtig verstanden habe ich das auch noch nicht… "Hilfe! So helft mir doch!" Die Stimme klingt ziemlich verzweifelt, eine Frau, ganz in der Nähe. Das GPS verordnet die Geräuschquelle nur zehn Meter von mir entfernt. Eine dunkle Gasse, die Hauswände stehen eng beiandernander, man kann den Himmel über der Stadt nur noch erahnen. Ich stolpere über Abfall, ein irre kichernder Leprakranker stakst mir entgegen und versucht linkisch, mir einen Hieb zu verpassen. Mieser Ort für … die Gasse wird zur Sackgasse, drei Männer, zwei haben sie im Würgegriff, einer steht mit verschränkten Armen davor und starrt mich drohend an. Den Hinweis meines HUDs "Für das Retten des Bürgers Zielerfassung starten" braucht es gar nicht mehr, zwei Schritte, die Wache reagiert zu langsam, die versteckte Klinge am Handgelenk trifft sie genau in den Magen. Das Schreien der beiden anderen klingt mir in den Ohren, das Kurzschwert rausreißen, zwei Schritte vor, schlag – schlag – KOMBOKILL – der Mann fällt von meinem Ellbogen ausgeknockt zu Boden, der andere greift an, ich lasse mich zurückdrängen, er holt aus – Konter! – und auch dieser Gegner ist durchbohrt…

Assassins Creed beeindruckt mit der Atmosphäre. Und der Story. Und dem Gameplay. Auch wenn man eigentlich immer dasselbe tut. Auf hohe Gebäude klettern (Altair kommt fast überall rauf), die Gegend ausspähen (Wunderschöne Rundblick- Animation), mit einem Hechtsprung über fünf Stockwerke tiefer in den Heuhaufen rasen und sich aufmachen zum nächsten Kampf. Oder zur nächsten Verfolgungsjagd über die Dächer der Stadt. Auch wenn sich alles wiederholt: Das Spiel macht einfach Laune. Die Kämpfe laufen flüssig, die Attentatsmissionen sind spannend und die Story ist toll. Je nachdem, wieviele Nebenaufgaben der Spieler vor der "großen" Attentatsmission löst, hat er Zugriff auf Informationen zum Ziel; beispielsweise eine Karte mit der besten Route, um ungesehen an den Wachen vorbeizukommen. Bei mir hat bisher alles in mehr oder weniger großem Gemetzel geendet, aber es ist so auch möglich, die Attentate still und leise zu erledigen. Die Story dreht sich unter anderem um den Konflikt zwischen Assassinen und dem Geheimbund der Templer, vor der Kulisse des Kreuzzuges von König Richard. Wer einen guten Rechner sein eigen nennt, sollte unbedingt zugreifen.

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