Arcandor – Karstadt-Mutterkonzern in Schieflage

Nachdem die EU-Kommission schon vor gut einer Woche jegliche Unterstützung abgewiegelt hatte, da die Schräglage des Konzerns schon vor der Wirtschafts- und Finanzkrise bestand, ist nun auch die Unterstützung von seiten der Bundesregierung erst einmal ausgefallen.

Die beantragte Staatsbürgschaft wurde nicht gewährt und damit die Finanzierung von mehreren hundert Millionen, wie so ziemlich alle Online-Zeitungen berichten. Der einzig erhoffte Rettungsanker, der jetzt noch bleibt ist der Rettungskredit über 437 Millionen. Über diesen wird die Bundesregierung aber wohl erst im Laufe der Woche entscheiden.

Arcandor besteht aus mehr als Karstadt

Arcandor, ist beteiligt an Unternehmen zu denen auch Thomas Cook und das Konglomerat aus Versandhandel unter dem Namen Primondo, zu dem auch Quelle und Peter Hahn gehören. Arcandor hat zwar Interessenten, wie zum Beispiel METRO für den Erhalt einiger Filialen, allerdings sträubte man sich lange Zeit einen Schritt wie die Fusion mit Kaufhof zu erwägen.

Die Verhandlungen laufen nach heutigen Berichten weiter, aber eine tatsächliche Einigung scheint trotz der konkreten Pläne von Metro-Chef Eckhard Cordes noch nicht in Sicht. Metro hatte angekündigt die Filialen zu übernehmen, aber etwa 30 Karstadt- und zehn Kaufhof-Filialen zu schließen.

Bundesregierung will Eigenkapitalleistung der Eigentümer

Die Bundesregierung fordert währenddessen ein bisschen mehr Engagement. Besonders von den Besitzern des Arcandor-Konzerns, wie man zum Beispiel bei liest. Bevor die Regierung irgendein Hilfsmaßnahme unterzeichnet muss auch ein bisschen Eigeninitiative vorangehen so hat es den Eindruck, wenn man derzeit die Presse verfolgt. Zudem sind die Kurse an der Börse aufgrund der negativen Berichterstattung richtig in die Teife gestürzt, weshalb auch die letzten Anleger verprellt wurden.

Währenddessen zittern die Mitarbeiter der Karstadt-Häuser um ihre Existenz wie zeit.de berichtet. Denn bekanntermaßen gehört auch das berühmte Kaufhaus des Westens (KaDaWe) zu Karstadt, ebenso wie viele andere Häuser in Einkaufsmeilen, auch kleinerer Städte. Wobei nicht anzunehmen ist, dass ausgerechnet das KaDeWe zum Stillstand kommt.

Nicht zu Unrecht, kommt dennoch der Vorschlag des Berliner Finanzsenators Nußbaum, wie bei bz-online.de zu lesen, dass man das Berliner Markenzeichen KaDeWe im Sinne von Harrod‘s ausbauen könne. Nur auch dazu bedarf es ja eigentlich Geld, sollte man meinen.

Karstadt: Prestige Unternehmen im Untergang

Kleinere Gemeinden werden mehr Probleme haben, ihre Filialen zu halten, denn das einstige Prestige eines Karstadt-Kaufhauses scheint nun spätestens nach dem Geschacher um Kredite, verloren.

Am Freitag hörte Karstadt auf die Miete für seine Häuser zu zahlen nach diversen Management-Pannen soll dies nun also das Aus sein? Wenn man den derzeitigen Aktienmarkt betrachtet, sieht es wohl so aus, denn die Aktie fiel erneut um ein Drittel, als die verwehrte Staatsbürgschaft bekanntgegeben worden war.

Ermittlungen gegen Middelhoff

Nun soll auch der ehemalige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff zur Rechenschaft gezogen werden, auch er soll seinen Teil zur Pleite beigetragen haben. Und Bundesjustizministerin Brigitte Zypries forderte nun eine Ermittlung.
Wie auch immer das Gerangel um Karstadt beziehungsweise Arcandor ausgeht. Das Ende scheint eigentlich nicht mehr aufzuhalten. Trotz gesunder Teilbereiche des Konzerns.

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