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    Start » Achtung: Gefahr aus dem Unterholz
    Besser Leben

    Achtung: Gefahr aus dem Unterholz

    5. Mai 20063 Minuten Lesezeit

    Die meisten der kleinen Blutsauger sind harmlos. Einige Exemplare schleppen allerdings gefährliche Krankheitserreger mit sich herum, die dem Menschen schaden können. So sind bundesweit viele Zecken mit Borreliose infiziert. Wird diese bakterielle Infektionskrankheit nicht rechtzeitig behandelt, drohen langfristige Schäden wie chronische Gelenkbeschwerden und Lähmungen. Tipp: Die Ansteckung lasst sich meist an einer kreisförmigen Rötung erkennen, die ein paar Tage oder Wochen nach dem Pieks um die Einstichstelle herum auftritt. Wer diese Symptomatik bemerkt, sollte unverzüglich den Arzt aufsuchen. Im Frühstadium helfen Antibiotika.
     
    Wesentlich seltener, dafür aber auch viel gefährlicher, ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Sie wird durch Viren verursacht, die das zentrale Nervensystem befallen – und im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Hirnhautentzündungen auslösen können. Das Problem: Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, lassen sich nur noch nur noch die Beschwerden lindern. Allerdings muss man sich vor FSME nicht in ganz Deutschland fürchten. Nur Zecken, die in bestimmten Regionen Deutschlands vorkommen, schleppen diese Erreger mit sich herum. Dazu gehören Bayern, Baden-Württemberg sowie Teile von Saarland, Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz.
     
    Den absoluten Zeckenschutz gibt es nicht. Dennoch kann man während der „Saison“, die von März bis Oktober dauert, das Risiko eines Stichs reduzieren. Zu den sinnvollen Maßnahmen gehört in erster Linie: Vermeiden Sie die Aufenthaltsorte dieser Tierchen. Bleiben Sie auf den Wegen und streifen Sie nicht durchs Unterholz. Denn entgegen einem weitverbreiteten Irrglauben lassen sich Zecken nicht von Bäumen fallen, sondern lauern im Gestrüpp, auf Gräsern, Farnkraut und auf Büschen. Dort werden sie von vorübergehenden Menschen oder Tieren abgestreift.
     
    Auf dem Körper ihres Opfers angekommen, krabbeln die Mini-Vampire solange auf der Haut herum, bis sie eine passende Einstichstelle gefunden haben. Damit man ihnen nur wenig Angriffsfläche bietet, muss man sich folglich gut bedecken, das heißt: Tragen Sie festes Schuhwerk, eine Kopfbedeckung sowie helle, geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen, die in die Socken gestopft werden. Extra-Tipp: Schütteln Sie nach Outdoor-Aufenthalten die Kleidung aus oder waschen Sie sie.
     
    Da man den Zeckenstich kaum spürt, empfiehlt es sich außerdem den Körper aufmerksam unter die Lupe zu nehmen. Vor allem die Stellen unter den Armen, in den Kniekehlen, am Hals, Genitalbereich und bei Kindern auch der Kopf müssen in Augenschein genommen werden. Denn das sind die Lieblingsplätze der Zecken. Wird eine entdeckt, sollte man sie so schnell wie möglich entfernen, da die Übertragung von Borreliose-Erregern erst nach einigen Stunden erfolgt.
     
    Das Beste ist: Man lässt sich von der Zecke durch einen Arzt befreien. Ansonsten sollte man den Blutsauger mit eine speziellen Zeckenzange oder einer feinen Pinzettemöglichst dicht über der Haut anpacken und ihn dann gerade herausziehen. Achtung: Keine Hausmittel wie Öl, Alkohol verwenden und Zecke möglichst nicht zerquetschen. Dadurch gibt der Blutsauger nur vermehrt Erreger ab! Anschließend Stelle desinfizieren. Gegen die in Europa von den Zecken übertragene Borreliose-Form existiert keine Impfung, aber: Es gibt eine Schutzimpfung gegen FSME. Diese empfiehlt sich vorsorglich bei Reisen in Risikogebiete – und zwar möglichst frühzeitig, denn die Prophylaxe besteht aus mehreren Teilimpfungen.

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