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    Start » 100. Geburtstag Willy Brandt: „Mehr Demokratie wagen“
    Politik Inland

    100. Geburtstag Willy Brandt: „Mehr Demokratie wagen“

    19. Dezember 20133 Minuten Lesezeit

    Der obige Ausspruch, sein Kniefall in Warschau und seine Annäherung an den Ostblock – daran erinnern sich wohl heute die meisten Deutschen, wenn sie an Herbert Frahm alias Willy Brandt denken. Am 18. Dezember 2014 wäre einer der großen Politiker Nachkriegsdeutschlands 100 Jahre alt geworden.

    Frühe Jahre

    Seine uneheliche Geburt, die unsteten Familienverhältnisse in seiner Jugend, sein frühes politisches Engagement für die SPD, die Flucht vor den Nazis nach Norwegen – alles Dinge, die den Menschen Willy Brandt geprägt haben müssen und ihn zu der Persönlichkeit machten, die später auf der politischen Bühne berühmt wurde. Nach seinen Widerstandsjahren in Norwegen und Schweden kehrte Brandt 1945 als Korrespondent für skandinavische Zeitungen ins zerstörte Nachkriegsdeutschland zurück. 1949 wurde er Abgeordneter für die Stadt Berlin im ersten Deutschen Bundestag, und 1957 kandidierte Brandt erfolgreich für das Amt des Bürgermeisters von Berlin – er blieb bis 1966 im Amt. In seine Amtszeit fielen der Volksaufstand in Ungarn, die sogenannte „zweite Berlin-Krise“, als Russland erneut den Druck auf West-Berlin erhöhte, und der Mauerbau 1961.

    Der Bundespolitiker

    Willy Brandt trat bei den Bundestagswahlen 1961 und 1965 als Kanzlerkandidat gegen Konrad Adenauer und Ludwig Erhard an, und verlor sie beide Male. Das und Angriffe gegen ihn wegen seiner Vergangenheit im Exil ließen ihn vorübergehend auf Bundesebene zurückhaltender agieren. Erst nach der Wahl Kurt Georg Kiesingers zum Bundeskanzler 1966 wurde er in der darauffolgenden Großen Koalition Außenminister und Kanzler-Stellvertreter.
    Bei der Bundestagswahl 1969 schließlich wurde Willy Brandt Kanzler und bildete zusammen mit der FDP eine Koalition. In dieser Zeit fielen signifikante Ereignisse, die fest mit dem Namen Brandt verbunden sind: Sein Kniefall 1970 vor dem Denkmal für die Toten des Warschauer Aufstandes, eine innenpolitische Reformpolitik, die Diskussion um den „Radikalenerlass“ von 1972 und das Misstrauensvotum mit anschließender Vertrauensfrage 1972.
    Die nachfolgende Amtsperiode wurde durch die Ratifizierung der Ostverträge und den ersten Besuch eines deutschen Bundeskanzlers in Israel gekennzeichnet.

    Der „Fall Guillaume“

    Brandts Regierungszeit nahm ein jähes Ende, als ein enger Mitarbeiter – Günter Guillaume – 1974 als DDR-Spion enttarnt wurde, was Brandts sofortigen Rücktritt als Bundeskanzler zur Folge hatte. Viele seiner Weggenossen sind jedoch der Meinung, dass die Guillaume-Affäre zwar der Auslöser, aber nicht der wirkliche Anlass für Willy Brandts Rücktritt war. Vielmehr hätten die wirtschaftlichen Probleme nach der Ölkrise, Streitereien mit den Gewerkschaften und persönliche Gründe ihn letztendlich dazu bewegt.

    Die Jahre nach seiner Kanzlerschaft waren geprägt von weiteren politischen Aktivitäten auf internationaler Ebene und in der SPD. Den Fall der Mauer 1989 konnte er noch miterleben. Willy Brandt verstarb im Oktober 1992.

    Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F033246-0009 / Wegmann, Ludwig / CC-BY-SA [CC-BY-SA-3.0-de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

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