Internet, mal historisch betrachtet.

Sciencedirekt des Elevier-Verlag stellt einige historische wissenschaftliche IT-Aufsätze kostenlos bereit. Darunter auch zwei sehr wichtige Arbeiten, die die Grundlage des Internet legen:

McQuillan J.M.; Walden D.C.: „The ARPA Network Design Decisions“, Computer Networks, 1977 (Download) und
Cerf V.G.; Cain E.: „The DoD Internet Architecture Model“, Computer Networks, 1983 (Download)

Das ARPA-Netz ist quasi der Vorgänger des Internet. Entstanden ist die Idee, als sich ein Mitarbeiter des ARPA (steht für Advanced Research Projects Agency des US-Amerikanischen Verteidigungsministeriums) darüber ärgerte, dass für jede Verbindung zu einer anderen Universität ein eigener Rechner notwendig war. Die Idee: Es wäre doch viel praktischer, wenn es eine Art Netzwerk gäbe, das die Kommunikation aller damit verbundenen Rechner ermöglicht. Ohne zentrale Stelle. Da die Universitäten unterschiedliche Systeme verwendeten sollte dieses Netzwerk so sein, dass es systemunabhängig funktioniert.

So viel in gebotener Kürze zu den Grundüberlegungen. McQuillan/Walden beschreiben in ihren 47-seitigen Aufsatz wie dieses ARPA-Netzwerk (ARPANET) aufgebaut ist und welche Design-Entscheidungen wie und warum getroffen wurden. Man liest von Nodes (= Clients) und Hosts, von Verbindungswegen und Datenpaketen, Routing-Algorithmen (also der Verteilung und Weiterleitung der Datenpakete). Ganz ähnlich, wie heute im Internet.

Vinton G. Cerf, der gemeinhin als einer der Väter des Internet gilt, und Edward Cain bauen auf diesen Ideen auf. Das Internet Architecture Model geht ebenfalls auf Arbeiten des Department of Defence (DoD) der USA zurück. Und ist sozusagen eine Evolution des ARPANET. Die grundsätzlichen Überlegungen dieses Aufsatzes gelten noch heute und helfen, das Internet, seine Chancen und Risiken besser zu verstehen.

Lesetipp, sobald der Kopf von der gestrigen „Weltmeister-der-Herzen“-Feier wieder klar ist.

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