Ein Jahr nach den Krawallen in Frankreich – nur Nachbeben oder ein Trend?

Im Oktober und November es Jahres 2005 kam es in Frankreich zu massiven Gewaltausbrüchen in vielen Départements des Landes. Vor allem die Vororte von Paris waren stark betroffen. Dabei kam es zu vielen Sachbeschädigungen, Verletzten und auch zu Todesopfern. Ein Jahr später, also vor einigen Tagen, kam es wieder zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Randalierern, sowie zu Sachbeschädigungen. Dabei setze eine Gruppe von Jugendlichen in Marseille einen Bus in Brand, wobei eine Frau schwer verletzt wurde. In der vergangen Woche kam es zu verschiedenen solcher Angriffe.

Was hat dies nun zu bedeuten? Ist dies ein Symtom für dafür, dass es nun vermehrt zu Aufbegehren der gesellschaftliche marginalisierten Gruppen in den industrialisierten Staaten kommt? Oder sind es dies nur Nachwehen der Krawallen von 2005 die sich im schlechtesten Fall zu einem sich alljährlich wiederholenden Ritual entwickeln, wir dies, zwar unter anderen Entstehungsbedingungen, von den Zwischenfällen zum ersten Mai in Berlin kennt. 

Wenn man sich den Verlauf des letzten Jahres ansieht so scheint der "Aufstand der marginalisierten Massen" ausgeblieben zu sein und man kann annehmen, dass dies zumindest für einige Zeit auch so bleibt (man siehe die leidige Unterschichtendebatte hier in Deutschland, bei der es sich ja auch eher um Apathie als und Aufbegehren geht). Diese Annahme soll allerdings nicht von der, meiner Meinung nach, hohen Brisanz des Problems der Marginalisierung und teilweisen Abtrennung von der Restgesellschaft ganzer Bevölkerungsteile ablenken. 

Die zweite Möglichkeit wäre das es sich bei den aktuellen Ereignissen nur vereinzelte Nachwehen der Krawallen von 2005 handelt. Allerdings könnten diese sich, trotz ihres natürlich völlig anderen Entstehungshintergrundes, zu einem Ritual entwickeln, dass sich ohne die im Jahre 2005 gegebenen Anlässe wiederholt. Natürlich sind die Gewaltexesse von 2005 nicht zu rechtfertigen, aber dennoch wäre eine Abkopplung der Gewalt von der Ursache ein beunruhigender Prozess, da hierdurch auch durch die Bekämpfung der Ursachen die Gewalt nicht angedämmt werden könnte (und nur diese Bekämpfung der Ursachen kann ein sinnvoller Umgang mit den Problem der Gewalt von marginalisierten Gruppen sein und nicht der massive Einsatz von Polizei und damit nur die Symtombekämpfung).

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