Alles Plastik oder was? Gut gebrüllt, Löwe(n) IV

Kinder sind begeistert, alles so schön bunt. Rot und weiß, in Reih und Glied. Und wenn Papa nicht hinschaut, setzen sich die Kleinsten auf die Plastiklöwen. Bis sie verscheucht werden. Nicht, weil das Kunst ist, sondern weil das ‚Plastikdinger’ (Originalton) sind. Oder hieß das Plastiktiger? Ich habe das im Vorbeilaufen aufgeschnappt.

Mittlerweile haben auch Hörls Kollegen sich ihre Gedanken gemacht. Die Bildhauerin Birgid Helmy, der wir eine wunderhübsch-schnippische Froschkönigin an der Rheinpromenade verdanken, findet die Installation und Hörls platten Patriotismus ganz fürchterlich. Billig-Kunst’. Und phantasiert über ein Denkmal des Meisters Ottmar, vieltausendfach in Reih und Glied. Nette Vorstellung.

Vielleicht hätte ich einen Gedanken weiterspinnen sollen, der mir mit Freunden vor Jahren in den Sinn kam. Im Zuge der Renovierungsarbeiten wurde die riesige Goethe-Statue vor dem Museum ausgelagert. Der Vorplatz sollte umgestaltet werden, eine Museumsmeile war im Gespräch. Und wir stellten uns vor, dass entlang der Straße viele viele kleine Goethes stehen könnten.

Hätte ich geahnt, dass die Staatskanzlei serielle Kunst favorisiert. Wäre es doch nicht bei einer Sektlaune geblieben. Hätte ich doch das Gespräch gesucht!

Man stelle sich vor: Dreitausend Goethes, sitzend auf einem Sockel ( der Wiesbadener Goethe also ), in zartem Grau. 43 cm hoch. Aufgestellt in einer langen Reihe entlang der Friedrich-Ebert-Alle, der Wilhelmstrasse und am Beginn der Taunussstrasse auf die roten und weißen Löwen am Kranzplatz treffend. EINEN silbernen Goethe, handsigniert, hätte ich natürlich auch zwecks Versteigerung gespendet. Welch vertane Chance …

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