Tansania verbindet auf engem Raum zwei Reiseformen, für die man anderswo zwei getrennte Urlaube bräuchte. Im Norden des Festlands liegen einige der bekanntesten Nationalparks Afrikas, und nur einen kurzen Inlandsflug entfernt beginnen die hellen Strände von Sansibar. Beides in einer Reise unterzubringen, verlangt eine kluge Aufteilung der verfügbaren Tage. Dieser Beitrag zeigt, nach welchen Kriterien das gelingt, welche Küste der Insel zu welchem Reisetyp passt und warum jede Safari auch dem Schutz der Parks zugutekommt.
Erst die Safari, dann die Insel
Die meisten Reisenden beginnen auf dem Festland und beenden den Urlaub am Strand. Diese Reihenfolge hat handfeste Gründe. Safari-Tage starten oft vor Sonnenaufgang, und die Fahrten führen über unbefestigte staubige Pisten. Danach tun ein paar ruhige Tage am Meer gut, bevor der lange Rückflug ansteht.
Im Norden Tansanias liegen die großen Parks dicht beieinander
Für eine erste Safari eignet sich der sogenannte Northern Circuit besonders gut. Er umfasst die Serengeti, den Ngorongoro-Krater, den Tarangire-Nationalpark und den Lake Manyara. Ausgangspunkt ist fast immer die Stadt Arusha. Die Parks sind nicht eingezäunt, und in ihrem Inneren gibt es keine Asphaltstraßen. Die Tiere ziehen frei umher, keine Pirschfahrt gleicht der anderen.
Der Tarangire ist für große Elefantenherden und alte Affenbrotbäume bekannt. Im Ngorongoro-Krater leben auf vergleichsweise kleiner Fläche Löwen, Büffel, Zebras und mit etwas Glück auch Nashörner. Die Lodges am Kraterrand liegen auf über 2.000 Metern Höhe, dort wird es morgens empfindlich kühl.
Die Serengeti entscheidet über die Zahl der Safaritage
Wie viele Tage man auf dem Festland verbringt, hängt vor allem davon ab, ob die Serengeti auf dem Programm steht. Sie ist der größte und bekannteste Park der Region, liegt aber auch am weitesten von Arusha entfernt. Als Orientierung haben sich drei Varianten bewährt.
- Drei Tage reichen für Tarangire und Ngorongoro-Krater und damit für einen soliden ersten Eindruck.
- Fünf bis sechs Tage erlauben zusätzlich zwei Nächte in der Serengeti, wodurch sich die längere Anfahrt lohnt.
- Ab sieben Tagen lassen sich ruhigere Gebiete wie der Lake Natron oder der Norden der Serengeti einbauen.
Eine individuell geplante Tansania Rundreise hat gegenüber festen Gruppentouren den Vorteil, dass sich die Etappen an solche Prioritäten anpassen lassen. Liegt der Schwerpunkt auf Elefanten, bleibt man länger im Tarangire. Für die großen Katzen plant man mehr Zeit in der zentralen Serengeti ein.
Auf Sansibar bestimmt die Küste den Charakter des Aufenthalts
Sansibar liegt etwa 50 Kilometer vor dem tansanischen Festland im Indischen Ozean. Die Küstenabschnitte unterscheiden sich deutlich. Im Norden rund um Nungwi und Kendwa ist am meisten los, und an der Westseite lässt sich auch bei Ebbe schnorcheln. Die Ostküste ist ruhiger und weniger touristisch. Im Südosten liegen Orte wie Jambiani und Paje mit breiten, hellen Stränden, ganz im Süden starten in Kizimkazi Bootsausflüge zu Delfinen.
Stone Town und die Gewürzfarmen zeigen die andere Seite der Insel
Als reines Badeziel wird man Sansibar kaum gerecht. Die Altstadt Stone Town gehört seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Welterbe, ihre geschnitzten Holztüren und Märkte zeigen arabische, indische und afrikanische Einflüsse. Die Insel trägt außerdem den Beinamen Gewürzinsel, auf den Farmen wachsen Muskatnuss, Zimt, Nelken und Pfeffer. Im Jozani Forest leben Rote Stummelaffen, die es nur auf Sansibar gibt, und rund um das Mnemba-Atoll finden Schnorchler und Taucher klare Riffe.
Für einen Urlaub auf Sansibar im Anschluss an die Safari haben sich vier bis sechs Nächte bewährt. Das reicht für Strandtage, einen Tag in Stone Town und eine Bootstour zum Schnorcheln, ohne dass neuer Termindruck entsteht.
Die Reisezeit verschiebt die Gewichte zwischen Safari und Strand
Der Northern Circuit lässt sich das ganze Jahr über bereisen. Parks in anderen Landesteilen sind am besten in der Trockenzeit von Juni bis Oktober befahrbar. Dann ist die Vegetation niedrig, und die Tiere sammeln sich an den verbliebenen Wasserstellen. Auf Sansibar liegt die Durchschnittstemperatur bei etwa 27 Grad. Kräftige Schauer bringen vor allem der April und der Mai, an der Ostküste ziehen sie aber meist nach rund 20 Minuten weiter.
Für die erste Safari überhaupt lohnt ein Blick in den Überblick zum Safari Urlaub in Afrika, der die wichtigsten Grundregeln zusammenfasst, vom Abstand zu den Wildtieren bis zur gesundheitlichen Vorbereitung mit Impfpass und Malariaschutz.
Die große Tierwanderung der Gnus und Zebras ist je nach Monat in einem anderen Teil der Serengeti zu beobachten. Einen Eindruck davon vermittelt die Naturdokumentation „Serengeti“ von Reinhard Radke, der die Wanderungen in der Savanne mit der Kamera begleitet hat.
Safari-Tourismus und Naturschutz hängen eng zusammen
Jede Pirschfahrt in Tansania trägt zugleich zum Erhalt der Schutzgebiete bei. Einnahmen aus dem Tourismus sichern Arbeitsplätze in Lodges und Camps und machen den Schutz der Wildtiere für die Anrainergemeinden wirtschaftlich attraktiv.
Wie eng beides verknüpft ist, zeigte sich während der Pandemie. Laut der Pressemitteilung der KfW zum Rettungsschirm für die Serengeti waren die Tourismuseinnahmen des Landes seit März 2020 um 90 Prozent eingebrochen. Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums stellte die Förderbank 2021 deshalb 20 Millionen Euro für die Serengeti, den Nyerere-Nationalpark und das Selous-Wildreservat bereit. Finanziert wurden unter anderem Patrouillen der Ranger, ein Helikopter zur Überwachung der Nashörner und ein Konzept zur Müllentsorgung in der Serengeti.
Häufige Fragen zur Kombination aus Safari und Sansibar
Was gehört bei Safari und Strand ins Gepäck?
Für die Safari eignet sich Kleidung in gedeckten Naturfarben, dazu eine warme Schicht für die kühlen Morgen am Kraterrand. Für Sansibar kommen Badesachen, Sonnenschutz und Badeschuhe für steinige Strandabschnitte hinzu. Weiche Reisetaschen lassen sich in Safarifahrzeugen und kleinen Propellermaschinen leichter verstauen als Hartschalenkoffer.
Woran erkennt man einen guten Safari-Anbieter?
Aussagekräftig sind die Auswahl der Guides, der Zustand der Fahrzeuge und ein Team im Land. Tanzania Specialist arbeitet mit einem eigenen Büro in Arusha und hauseigenen Safari-Jeeps, und nach eigenen Angaben schaffen nur zehn Prozent der Bewerber den Sprung ins Reiseleiterteam. Die Reisen werden mit Ausnahme der Gruppenreisen individuell zusammengestellt.
Wie kommt man vom Safarigebiet nach Sansibar?
Am bequemsten ist ein Inlandsflug aus der Region um Arusha und den Kilimandscharo. So endet die Safari am Vormittag, und der Abend gehört schon dem Strand. Alternativ führt der Weg über Daressalam, von wo aus Fähren nach Stone Town übersetzen.
Eine Reise durch Tansania lässt sich gut mit Badetagen auf Sansibar verbinden, wenn die Tage bewusst verteilt werden. Auf dem Festland entscheidet vor allem die Frage, ob die Serengeti dabei sein soll. Auf der Insel bestimmt die Wahl der Küste, ob der Aufenthalt ruhig oder lebhaft ausfällt. Und weil der Tourismus den Schutz der Parks mitfinanziert, kommt jede Safari auch den Tieren zugute, deretwegen man die lange Anreise auf sich nimmt.
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