PR-Sprech / Folge 1

Die PR-Sprache versagt im Zwischennetz. Weshalb das so ist, das illustriert die Pressemitteilung dort unten recht schön. Sie stammt immerhin von Edelman, einem der weltweit führenden Kommunikationsveredler. Die enthaltenen Missgriffe wiederum zeigen, dass die Public Relations 1.0 allzu oft die neuen Blog-Hütten mit stumpfen Waffen berennen. Die Partei der „PR-Fuzzies" erleidet so unnötig schwere Verluste. Was uns dabei auffiel:

  1. Die Dickschiff-Wörter: Oha, „Director Online Conversations" wird der Mann! Und nicht nur das, sondern auch noch „Chief Blogging Officer". Dieses anglizistische Dicketun im Marketing- und PR-Bereich erzeugt im Web 2.0 nur noch Lachanfälle.
  2. Das Hübsch-Lügen, bzw. die fehlende Faktentreue: „Anfang 2003 war er einer der ersten Blogger" … soso. Im Jahr 2003 hatten die ersten Blogger sich längst einen Wolf geschrieben.
  3. Die Euphemismen: „Der studierte Theologe und gelernte Journalist" – da schließt doch jeder Blogger messerscharf: Der Mann ist gelernter Pastor.
  4. Die selbstbeweihräuchernden Testimonials: Wenn unten die Hennen aus der firmeneigenen Legebatterie das Loblied des eigenen Ladens trällern und von unternehmerischen Zukunftschancen im Web 2.0 tirilieren, dann, so jedenfalls denken Blogger hoch oben an den steilen Ufern des Sarkasmus, dann hat die Agentur wohl niemand anderen gefunden.
  5. Die Edelwörter: „Dialogkultur", „Expertise", „Kommunikationskultur" – diese pretiösen Vokabeln passen zur „Kultur des Idiomatischen" in Klein-Bloggersdorf wie Austern zu Grünkohl.

Hinweis via: http://blogkritik.twoday.net/stories/2565295/

In den Sand und ins Bild gesetzt:

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