Google schaltet AMP frei

Google schaltet AMP frei

Accelerated Mobile Pages oder kurz AMP sind Webseiten, die sich besonders schnell auf dem Smartphone laden lassen. Google verspricht für Websites, die mit AMP optimiert sind, vierfache Ladegeschwindigkeit. Seit Mittwoch werden nun entsprechend optimierte Seiten in der Googlesuche gesondert gekennzeichnet – sofern mit dem Smartphone gesucht wird.

AMP im Detail

Accelerated Mobile Pages werden in einer eigens entwickelten Version von HTML, dem AMP HTML, programmiert und enthalten eine geringere Datenmenge als herkömmliche mobile Webseiten. In der Folge laden sie deutlich schneller. AMP-Seiten bauen sich zudem in zwei Schritten auf: Zuerst wird das Seitengerüst mit den Elementen, die sofort sichtbar sein müssen, geladen. In Schritt zwei werden dann die restlichen Elemente der Seite vom Nutzer unbemerkt im Hintergrund nachgeladen. Schon vor Veröffentlichung der Seiten kann diese Seitenoptimierung für Smartphones in einem Content Management System automatisiert erfolgen.

Warum gibt es überhaupt AMP?

Hauptgrund für die Einführung von AMP war die hohe Absprungrate der User mit Smartphones. Bei langsamem Laden einer Webseite ist diese mit bis zu 58 Prozent sehr hoch. Die Folge: Durch die sehr kurze Verweildauer erhalten die Webseitenbetreiber weniger Pageviews und daher auch weniger Adviews – die Werbeeinnahmen sind dann gering. Schlechte Nutzererfahrung fällt auch immer auf Google selbst zurück – Googletreffer sind schließlich so etwas wie eine Empfehlung. Daher ist auch Google selbst daran interessiert, dass die Suchergebnisse auf Webseiten verweisen, die dem Internetnutzer gefallen, und belohnt den Einsatz von AMP. Websites, die diese Technik für ihre mobile Version einsetzen, erscheinen in Googles Trefferliste weiter oben.

AMP ist Teil von etwas Größerem: DNI

DNI (Digital News Initiative) ist Googles Antwort auf Facebooks „Instant Articles“. Facebook gibt ab April Verlagen die Möglichkeit, komplette Artikel für Smartphones optimiert auf Facebook zu veröffentlichen. Werbeinnahmen durch Ads, die die Verlage selbst beisteuern, gehen zu 100 Prozent an die Verlage, Einnahmen durch von Facebook zur Verfügung gestellte Werbung geht zu 70 Prozent an die Verlage. Als Gegenleistung bleiben die Rechte an den Artikeln bei Facebook. Googles Antwort ist DNI. Wie Google-Chef Sundar Pichai am vergangenen Mittwoch ankündigte, hat die Firma eigens einen Innovationsfonds für Medien aufgelegt. In Europa sollen 27 Millionen Euro in 23 Ländern an innovative Projekte verteilt werden. Aus Deutschland haben sich circa 30 Verlage der Initiative angeschlossen. Darunter große Publisher wie „Spiegel Online“, die „FAZ“ und „Die Zeit“. Voraussetzung für die Bewerbung um Mittel aus dem Google-Fonds ist unter anderem die Verwendung von AMP. Dokumentation und Quellcode sind bei AMP für jedermann frei verfügbar und durch die Verwendung von AMP ändern sich auch nicht die Eigentumsverhältnisse an den damit veröffentlichten Inhalten.


Bildurheber: Thinkstock, 522420537, iStock, lzf

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