Der 21. Bundesliga Spieltag: Die Highlights

Hertha BSC zog nach dem 21. Bundesliga Spieltag zum zweiten Mal in dieser Saison die Reißleine. Der Trainerrauswurf Michael Skibbes war diesmal aber eine Entlassung aus sportlichen Gründen, während Markus Babbel nach der Hinrunde noch wegen persönlicher Differenzen mit Manager Michael Preetz gehen musste. Der sportliche Niedergang der Berliner erscheint unter diesen Umständen schon sehr hausgemacht. War die erste Halbserie für einen Aufsteiger noch mehr als ordentlich, so geriet der Rückrundenstart zur Katastrophe. Nach drei Niederlagen in der Liga und dem Pokal-Aus gegen Mönchengladbach gingen die Herthaner nun mit 0:5 in Stuttgart baden und zeigten dabei erstmals auch spielerisch eine Leistung, die an einen Absteiger erinnert. Trotz passablem Beginn brach die Mannschaft nach dem Treffer von Vedad Ibisevic schon in der ersten Halbzeit völlig ein, kassierte noch drei weitere Treffer durch Okazaki und Harnik (2) und verlor obendrein Andreas Ottl. Der Mittelfeldspieler war völlig übermotiviert von hinten gegen Stuttgarts Spielmacher Hajnal eingestiegen und sah zu Recht die rote Karte. Zur Abrundung des Spiels passte, dass der VfB schließlich durch einen Hertha-Verteidiger zum 5:0-Endstand gelangte. Nun soll in Berlin zunächst Interimstrainer Rene Tretschock die Mannschaft leiten. Ob er dazu beiträgt, das Ruder herumzureißen, hängt sicherlich auch von den Ergebnissen der Konkurrenz ab.

Der 21. Bundesliga-Spieltag: Wenige Highlights in der Abstiegszone

Vom Einbruch der Hertha konnten die Teams des unteren Tabellendrittels kaum profitieren. Mitaufsteiger FC Augsburg kam gegen den 1. FC Nürnberg nur zu einem müden 0:0. Die Spieler zeigten sich dementsprechend enttäuscht, erneut gegen einen direkten Wettbewerber um den Klassenerhalt Punkte liegen gelassen zu haben. Zwar sind die Schwaben nun punktgleich mit Relegationsplatz 16, haben in der Rückrunde aber bereits gegen Freiburg , Kaiserslautern, Hoffenheim und Nürnberg gespielt. Keinmal gelang gegen diese eher schwächeren Gegner ein Sieg. Wer also auf einen direkten Wiederabstieg der beiden Neulinge Berlin und Augsburg getippt hat, könnte am Saisonende Recht behalten.

Besser gespielt, aber weniger Lohn eingeholt hatte Schlusslicht SC Freiburg beim VfL Wolfsburg. Eine engagierte Leistung der Truppe von Christian Streich reichte nicht zu einem Punktgewinn. Dabei hatten Johannes Flum und Daniel Caligiuri die zweimalige Führung der Niedersachsen durch Jiracek und Schäfer noch ausgleichen können. Doch der Tscheche Jiracek schlug in der zweiten Hälfte noch einmal zu und sorgte dadurch für den glücklichen Erfolg des VfL. Felix Magath war trotz des Sieges überhaupt nicht zufrieden mit der laschen Einstellung einiger Führungsspieler und forderte eine deutliche Leistungssteigerung. Die Freiburger beschwerten sich zudem zu Recht über das irreguläre Tor von Marcel Schäfer, bleiben jedoch ungeachtet dessen am Tabellenende.

Auch der 1. FC Köln muss nach dem 0:1 gegen den Hamburger SV weiterhin zittern. Das Leistungsniveau, welches den 46.500 Zuschauern dabei geboten wurde, war höchst überschaubar. Paolo Guerrero erzielte den späten Siegtreffer mit einem Kunstschuss aus spitzem Winkel. Köln rutscht damit zurück auf Platz 12, während die Hamburger den Aufwärtstrend unter Torsten Finkfortsetzen und auf Platz 10 klettern. Seit Fink Trainer ist, hat der HSV erst einmal verloren.

Siege der Spitzenteams am 21. Bundesliga Spieltag

Die sportlich interessanteste Begegnung dieses kalten Februarspieltages fand am Samstagabend in Mönchengladbach statt. Die Gastgeber hatten Schalke 04 zu Gast und blieben zum zweiten Mal in der Rückrunde gegen einen direkten Meisterschaftskonkurrenten Sieger. Denn auch wenn man es in Gladbach noch nicht gern hören will: so wie die Borussia derzeit spielt, muss man sie zu den Titelkandidaten zählen. Hinten stand einmal mehr die Null. Damit hält sich der Status der Fohlen als sicherste Abwehrreihe der Liga. Doch auch das Spiel nach vorne ist höchst ansehnlich. Gegen Schalke war ein schneller Konter Ausgangspunkt zum frühen 1:0 durch Marco Reus. Den zweiten Treffern legte nach einer Traumkombination Mike Hanke nach und das dritte Tor machte Juan Arango mit einem direkten Freistoß. Dabei ließen es die Gastgeber bewenden und zeigten den Gelsenkirchenern, dass diese wohl noch nicht reif für einen Titel sind. Huub Stevens musste jedenfalls neidlos anerkennen, dass seine Mannschaft an diesem Tag eine Klasse schlechter war.

Die Borussia klettert damit auf Rang drei, konnte aber nicht von weiteren Patzern aus Dortmund oder München profitieren. Der BVB siegte gegen Bayer Leverkusen hauchdünn mit 1:0 und bleibt Spitzenreiter. Kagawa war kurz vor der Halbzeit mit einem Flachschuss erfolgreich. Und auch die Bayern ließen sich gegen den 1. Fc Kaiserslautern nicht lumpen und gewannen ungefährdet mit 2:0. Gomez und Müller waren die Torschützen. Es sieht also im Moment alles nach einem Dreikampf aus, wobei die Gladbacher Borussia an diesem Spieltag die beste Leistung zeigte.
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Schneckenrennen um die Europa League

Die Niederlage Bayer Leverkusens in Dortmund macht das Rennen um die Europa-League-Plätze zwar spannend, jedoch konnte keiner der Konkurrenten stark profitieren. Im Gegenteil: Werder Bremen und Hannover 96 mussten froh sein, in ihren Partien jeweils nicht verloren zu haben. Die Bremer schafften erst in der Schlussminute den Ausgleich gegen die TSG Hoffenheim. Die Kraichgauer, die erstmals von Markus Babbel trainiert wurden, gingen früh durch Vestergaard in Führung. Erst Marko Arnautovic machte das verdiente 1:1 klar und bei Werder merkte man einmal mehr, dass ohne Claudio Pizarro im Sturm zuwenig Gefahr herrscht.

Hannover bot in Mainz eine mäßige Leistung. Die Rheinhessen durften sich wieder einmal über die Rückkehr von Mohamed Zidan freuen. Das 1:0 ging auf das Konto des Ägypters und daraufhin hätte Mainz eigentlich den Sieg klar machen müssen. Ihre Aktionen waren gefälliger und zwingender. Doch wenn man ein Spiel nicht klar macht, wird man zuweilen bestraft und genau dies taten die Hannoveraner. Der eingewechselte Artur Sobiech traf in der 89. Minute nach einem Geplänkel im gegnerischen Strafraum zum 1:1, als ihm die Kugel vor die Füße fiel. Die 96er konnten damit zu Leverkusen aufschließen und dürfen ein weiteres Jahr vom europäischen Wettbewerb träumen.

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