Borkenkäfer Steckbrief und Tipps zur Bekämpfung

Borkenkäfer sind weltweit verbreitet und kommen in allen Laub- und Nadelwäldern vor.

Es gibt fünf verschiedene Arten von Borkenkäfern in unseren Wäldern, wovon viele Arten nur eine bestimmte oder wenige Wirtsbaumarten befallen, andere wiederum ein sehr breites Spektrum haben.

Borkenkäfer bekämpfen? Eine Notwendigkeit!

Da die Insekten auf Grund der Entwicklung ihrer Population im Laufe der Jahre zu einer der größten Gefahren für den gesamten Waldbestand geworden sind, wurden verschiedene Gesetze und Rechtsvorschriften für Waldbesitzer erlassen, wonach sie per Gesetz dazu verpflichtet sind, befallene Bäume unverzüglich zu fällen und sie aus dem Wald zu entfernen.

Doch die Käfer spielen auch eine wichtige Rolle für das Ökosystem des Waldes. Sie sind sogenannte Destruenten, das bedeutet, dass sie anorganische Stoffe wieder für Primärproduzenten zur Verfügung stellen.

Wir stellen Ihnen die vermeintlichen Schädlinge vor und geben Ihnen nützliche Tipps, damit auch Sie die ungeliebten Borkenkäfer bekämpfen können.

Borkenkäfer bekämpfen: So wirds gemacht!

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Steckbrief

Borkenkäferarten
Borkenkäfer gehören zu der Familie der Rüsselkäfer. Sie werden zwei und acht Millimeter groß und haben einen schwarz-braunen, ovalen Körper. Die Insekten leben bevorzugt in Fichtenwäldern. Hierzulande unterscheidet man zwischen fünf Borkenkäferarten:
  • Buchdrucker: befällt hauptsächlich die Fichte
  • Kupferstecher: befällt überwiegend die Fichte
  • Waldgärtner: befällt die Kiefer
  • Großer Lärchenborkenkäfer: befällt hauptsächlich die Lärche
  • Holzbrüter: bevorzugt Splintholz
In Europa gibt es rund 154 Arten, weltweit hingegen zwischen 3.000 und 5.000 verschiedene, zum Teil sogar Mischarten. Die Entwicklung der Population dieser Käfer ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Hierbei spielen der angebotene Brutraum und die Witterung eine große Rolle.
Die Vermehrung wird insbesondere durch eine trockene und warme Witterung gefördert. Die Käfer vermehren sich über den Schwärmflug. Innerhalb von 1-2 Wochen befallen sie hier vornehmlich Fichten und legen ihre Brut ab. Zu diesem Zweck bohren sich die Käfer durch die Rinde der Bäume und legen dort ihre Larven ab. Durch ihren eigenen Fraß und den der Larven wird das für den Baum lebensnotwendige Bastgewebe zerstört.
Lässt es die Witterung zu, so fliegen die Altkäfer erneut aus, um weitere Bruten, sogenannte Geschwisterbruten, anzulegen. Die Schlüpfzeit beginnt im April.
Ohne ausreichende Waldschutzmaßnahmen, die mittlerweile sogar gesetzlich vorgeschrieben werden, kann es sehr schnell zu einer Massenvermehrung kommen. Dies zieht sowohl wirtschaftliche, landeskulturelle, als auch gravierende ökologische Schäden mit sich, da in den meisten Fällen die von Borkenkäfern besiedelten Bäume bereits nach kurzer Zeit absterben.
Von der Eiablage bis zum fertigen Käfer dauert es etwa 4-6 Wochen, was von der Jahreswärme abhängig ist. Es kann im Laufe eines Jahres zu 2 bis 3 Käfergenerationen und 2 Geschwisterbruten kommen. Ein Weibchen produziert in seinem Leben rund 5000 Nachkommen. Aus einem befallenen Stamm entfliegen sogar bis zu 20.000 Käfer, wobei gerade einmal 200 Käfer ausreichend sind, um einen Baum zum sterben zu bringen.
Durch ihre besondere Frosthärte können alle Entwicklungsstadien der Buchdrucker und Kupferstecher überleben. Käfer, Larve und sogar Puppe sterben im Winter nicht ab.

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Tipps zur Bekämpfung

Wie erkennen Sie Borkenkäferbefall?
Den Beginn eines Befalls können Sie an dem Auswurf von braunem Bohrmehl erkennen, was sich am Stammfuß, in Rindenschuppen, Spinnweben und auch auf der Bodenvegetation sammelt. Das Risiko lässt sich durch Mischwälder reduzieren, da Mischwälder gegenüber den Schädlingen weniger anfällig sind.
  1. Fällen Sie die von Käfer befallenen Bäume im Winter, denn zwei Drittel der Buchdrucker überwintern in den befallenen Stämmen.
  2. Arbeiten Sie die befallenen Fichten im Frühjahr zügig auf und entfernen Sie diese, um die ersten Generationen innerhalb von ein bis zwei Wochen nach dem Schwärmflug zu zerstören.
  3. Kontrollieren Sie vor allem gefährdete Waldteile ab Mitte April um befallene Bäume regelmäßig. Mindestens ein wöchentlicher Waldbegang und eine Bohrmehlkontrolle sind notwendig.
  4. Sollten Sie befallene Bäume haben, so müssen Sie das Käferholz möglichst direkt nach der Aufarbeitung abfahren und dabei einen Sicherheitsabstand von 500 m zum nächsten Nadelwald einhalten.
  5. Der Einsatz von Insektiziden ist bei einer zu starken Ausbreitung unausweichlich.
Für weitere Tipps und tatkräftige Unterstützung wenden Sie sich an den zuständigen Förster, der Ihnen für eine fachliche Beratung zur Verfügung steht.
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2 Meinungen

  1. elfriede bammer

    In der Wohnanlage, wo ich wohne befindet sich eine etwa 35 Jahre alte (leider inzwischen etwa 20m hohe) Schwarzföhre.(Pinus nigra). Gut benadelt und stabil. Nun wird behauptet, daß diese vom Borkenkäfer befallen ist. Meines Wissens befällt der Borkenkäfer aber Fichten (siehe Kalamitäten im bayr.Wald).Sie schreiben es gäbe eine selte Borkenkäferart mit Namen Waldgärtner, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß in MÜNCHEN eine Schwarzföhre von dieser Art befallen wird?Vielen DAnk für baldige Antwortbammer

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