Bedürfnisse äußern in Form von „DirtyTalk“?

Mit der besten Freundin, dem schwulen Kumpel und der Schwester oder dem Bruder lässt es sich prima über Sex und alles, was dazu gehört, plaudern. Warum nur hat man Hemmungen gegenüber der Person, mit der man ihn hat?       Meine engsten Freunde wissen Bescheid – über alles, inklusive meiner peinlichsten Betterlebnisse. Im Gegenzug bin auch ich bestens über ihre Lieblingsstellungen, Orgasmusprobleme und vieles mehr informiert.

Sogar mit dem Ex kann ich über solche Erfahrungen diskutieren – allerdings erst, seitdem derartige Dinge nicht mehr uns beide betreffen.  Was wiederum die Frage aufwirft, warum es anscheinend schwerer fällt, Intimes mit der Person zu besprechen, mit der man gerade intim ist.

Dabei redet seit der „Sex and the City-Ära" alle Welt von „Dirty Talk". Wir wissen wie wichtig es ist, beim oder wenigstens über den Liebesakt zu sprechen. Ganz gleich, ob man sich dabei schmutzige oder liebevolle Worte ins Ohr flüstert – unverzichtbar ist, dass der andere die persönlichen Vorlieben und Sehnsüchte (er)kennt.

Leichter gesagt als getan. Ich persönlich habe weniger Hemmungen dabei, das Thema in einer Kolumne anzusprechen als im heimischen Schlafzimmer. Und damit bin ich noch nicht einmal alleine: Meine beste Freundin gestand mir neulich, sie hätte wochenlang ihr Sexspielzeug an verschiedenen Orten der Wohnung „zufällig" vergessen, in der Hoffnung, dass er den Hinweis irgendwann verstehen würde. Natürlich ohne Erfolg, denn ein Mann ist durchaus in der Lage, fünfmal an einem Vibrator vorbeizulaufen, ohne sich darüber zu wundern. Wahrscheinlich weil er ihn ohnehin für ein neuartiges Kosmetikutensil hält.

Eine andere Bekannte wurde noch kreativer. Sie hatte zwar den Mann ihres Herzens, aber damit noch lange nicht den Erzeuger himmlischer Höhepunkte gefunden. Diesem Problem ist sie beigekommen, indem sie ihm schriftlich „Nachhilfe" in weiblicher Anatomie erteilte und ihm ´ne Email ins Büro schickte – nur um seine Reaktion beim Lesen nicht sehen zu müssen. Leider ohne Erfolg!

Warum nur fürchten wir uns davor, unsere Gelüste dem zu beichten, der sie in die Tat umsetzen könnte? Weshalb sind wir peinlich berührt, wenn es darum geht auszudrücken, was sich beim Kontakt unserer Körper abspielt? Wir haben zwar gelernt, über Sex zu reden – aber nur in der sicheren Umgebung von Menschen, die es nicht wirklich etwas angeht?! Warum schämen wir uns, wenn wir unsere devote Ader ausleben möchten-wenn wir von einem Mann dominiert werden möchten?- oder möchten wir nur unser "Gesicht" nicht verlieren? Vielleicht ist es Zeit für ein schlaues Selbsthilfebuch, das einem nicht nur zum „Dirty Talk" rät, sondern gleichzeitig konkrete Anweisungen gibt, wie man ihn über die Lippen bekommt. Vielleicht geht daher der Trend gelegentlich immer wieder zu gleichgeschlechtlichen Erlebnissen, weil man(n)/Frau nicht viel reden muss??!??!

4 Meinungen

  1. Wie wahr…
    Ich darf den besten Sex (bin 43) meines Lebens genießen, bekomme aber „schmutzige“ Gedanken, Worte & Wünsche nicht über die Lippen – bei ihm 😉

  2. Wie wahr…
    Ich darf den besten Sex (bin 43) meines Lebens genießen, bekomme aber „schmutzige“ Gedanken, Worte & Wünsche nicht über die Lippen – bei ihm 😉

  3. Problem an der Sache ist das man Hemmungen hat sich dem Partner zu öffnen. Bei Freunden und Leuten die man schon lange kennt ist das kein Problem. Da sind die Geheimnisse sicher. Bei einem aktuellen Partner eben nicht. Der kann ruck zuck weg sein und wer weiß was er dann alles so erzählt… Zwickmühle eben.

  4. Problem an der Sache ist das man Hemmungen hat sich dem Partner zu öffnen. Bei Freunden und Leuten die man schon lange kennt ist das kein Problem. Da sind die Geheimnisse sicher. Bei einem aktuellen Partner eben nicht. Der kann ruck zuck weg sein und wer weiß was er dann alles so erzählt… Zwickmühle eben.

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