Ganz schön knifflig: Heißt es „vor allem“ oder „vorallem“?
„Vor allem“ ist eine besonders häufig verwendete Phrase, sie gehört zu den sogenannten Fokuspartikeln, die oftmals gleichlautend mit Adverbien und unflektierten Adjektiven sind. Wie bei „wenigstens“, „mindestens“, „sogar“ und „gerade“, um nur einige zu nennen, wird hiermit ein Teil des Satzes besonders hervorgehoben oder gegenüber anderen Satzteilen eingeschränkt. Die Aufmerksamkeit wird auf eben jenen Teil gelenkt, der vorhergehende Abschnitt wird mit dem hervorgehobenen in Kontext gesetzt – etwa in Formulierungen wie „vor allem dann“ und „vor allem du“.
Vor allem auf der falschen Fährte
In der Ähnlichkeit zu zwei anderen Fokuspartikeln mag der gedankliche Fehler begründet sein, „vor allem“ fälschlicherweise zusammen zu schreiben. Wörter wie „allenfalls“ und „bestenfalls“ sind beispielsweise ebenso aus zwei Wörtern („allen“ beziehungsweise „besten“ und „Fall“) zusammengesetzt. Wenn man hiervon nun „auf alle Fälle“ oder „im besten Fall“ ableiten wollte, könnte die (ebenfalls falsche) Variante „vor Allem“ noch verständlich sein, denn „vor“ ist eine Präposition und „Allem“ wäre hier dann ein Substantiv. Doch wie gesagt, auch dies ist falsch.
Es bleibt bei allen Überlegungen dabei, dass „vor allem“ vor allem nicht „vorallem“ geschrieben wird, sondern immer auseinander und klein.