Was aber sucht ein Sizilien-Urlauber? Warum verzieht er sich nicht an die Strände der Adria? Was hat Sizilien, was Riviera oder Toskana nicht bieten können? Wieso setzt er sich der Situation aus, in Sizilien viel mehr als in anderen Regionen Italiens auf sich allein gestellt zu sein?
Nun, Sizilien ist vor allem nicht überfüllt. Alle Gründe, die gegen einen Besuch sprechen, sprechen bei näherer Betrachtung dafür. Natürlich wird man auf einem Urlaub nicht in die Mitte der Italiener eindringen können, wird höchstens oberflächliche Eindrücke der „wahren“ Einwohner des Landes bekommen – aber auf Sizilien entsteht zumindest der Eindruck eines kulturellen Schmelztiegels, in dem es viel zu entdecken gibt. Das liegt daran, dass sich hier die kulturellen Zonen Italiens, Griechenlands und Afrikas überschneiden. So gibt es den „Ur“-Italiener, der von vielen Schriftstellern für das Camorra-Klischee missbraucht wird, genauso wie den afrikanischen Muslim oder albanischstämmigen Einwanderer. Ein bunter Mix aus Menschen in den Städten und uritalienisches Lebensgefühl auf dem Land.
Die Insel hat also einiges zu bieten. Strände gibt es, aber Sizilien ist vor allem für diejenigen gemacht, die gerne unterwegs sind, um Neues zu entdecken.
Der Ätna steht hier, ein schon in der deutschen Reiseliteratur beschriebener und besuchter Berg, der lange Zeit als eins der Zentren des deutschen Italien-Wahns galt. Die Anziehung des Ätna besteht vor allem darin, dass sie zwei Gegensätze vereint. Die blühende Natur an den Hängen kontrastiert zur Mondlandschaft an der Spitze des Vulkans.
Ein Tip für die, die überlegen, welche der sizilianischen Städte sie besuchen möchten: Wer nach Sizilien reist, sollte unbedingt Taormina aufsuchen. Diese Stadt wurde im Mittelalter auf den Ruinen einer antiken Sikuler-Siedlung gegründet und gilt als eine der schönsten Städte Süditaliens.
Sizilien wird nicht umsonst die Perle Italiens genannt. Wer sich für einen Urlaub die Zeit nimmt, für den wird der Ausflug sicherlich ein unvergessliches Erlebnis.
