Für mich immer wieder faszinierend: Da sitzen mir gestandene Persönlichkeiten gegenüber, die nachgewiesenermaßen erfolgreich waren und sind, und befürchten, dass im neuen Job nun herauskommt, dass sie „eigentlich nichts können".
Sachlich ist diese Annahme durch nichts zu begründen, wie sich dann auch später in bisher allen Fällen herausgestellt hat.
Die „Mogelpackung" steht für diverse Ängste: Kann ich mich leicht einarbeiten, verstehe ich die Materie schnell, komme ich mit den Kollegen klar, überstehe ich die Probezeit, war meine Entscheidung richtig?
Diese Ängste sind berechtigt, denn Sicherheit kriegen wir vorher nicht. Immer nur nachher.
Das Positive an Ängsten: sie machen hellwach und verschaffen uns höchste Konzentration.
Coachingtool: Einen 100-Tage-Plan aufstellen und folgende Fragen berücksichtigen
Wie wollen Sie zu Beginn auftreten
(forsch, selbstbewusst, kompetent, interessiert, wissend, dominant oder zurückhaltend)?
Was können Sie tun, um sich leicht einzuarbeiten?
Wer oder was kann Ihnen helfen?
Auf welche Fehler aus der Vergangenheit möchten Sie dieses Mal verzichten?
(z.B. zu schnell, zu viel Privates preisgeben)
Welches neue Wissen möchten Sie umsetzen?
(z.B. Möglichkeiten zum informellen Networking nutzen)
Worst-Case-Rechnung: was kann Ihnen im schlimmsten Fall passieren, welche Alternativen hätten Sie parat?
Der schlimmste Fall tritt in der Regel nicht ein. Und wenn doch, wären Sie gewappnet.
Und hier noch ein Tipp für die Humor-Fraktion.
Flucht nach vorn und einen Eigen-Gag inszenieren: Kaufen Sie sich ein T-Shirt und lassen es mit Ihrem persönlichen Befürchtungswort beflocken: Mogelpackung, Low-Performer, Niete, Dampfplauderer oder die hessische Variante „vorne viel Getrommele, hinne kei Soldate!"
Gerne schwarz auf schwarz oder weiß auf weiß und als Unterwäsche getragen.
Vielleicht nicht unbedingt zum Vorstellungstermin.
