Eigentlich hatte Deutschland in den vergangenen drei Jahren ganz unterschiedliche Stilrichtungen versucht, so startet 2005 Gracia mit „Run&Hide (Platz 24.), 2006 mit Texas Lightning mit „No, No Never“ (Platz 15), 2007 mit Roger Cicero „Frauen regier’n die Welt“ oder 2008 mit den No Angels „Disappear“, traf aber nie den Geschmack des Publikums.
Die letzten Erfolge liegen nun schon ein ganzes Jahrzehnt zurück, so schaffte es Guildo Horn mit „Guildo hat euch lieb“ (Platz 7), Sürpriz mit „Reise nach Jerusalem – Küdüs’e seyahat“ auf Platz 3, Stefan Raab mit „Wadde hadde dudde da“ auf Platz 5 und Max Mutzke mit „Can’t Wait Until Tonight“ auf Platz 8.
Legt man die Trends der vergangenen Jahre einer Entscheidung zugrunde, war die Idee mit den No Angels gar so schlecht. Durchtrainierte Tänzerinnen und gängiger Pop funktionierten aber bei der Ukraine wesentlich besser. Was man aber bei den anderen Beiträgen merkt, ist das Herzblut und der unbändige Willen zu gewinnen. Dies ließen die No Angels vollkommen vermissen, was sich dann in der Qualität und dem Auftritt widerspiegelt, auch wenn die Engel selbst in der Nachbetrachtung noch der besten Leistung sprechen.
Eine grundlegende Änderung wäre beispielsweise die Anzahl der Bewerber zu erhöhen. Selbst unbekannte Bands müsste die Möglichkeit offeriert werden, Deutschland bei Eurovision Song Contest vertreten zu können, was die Qualität und den Wettbewerb schon beim deutschen Vorausscheid erheblich verbessern würde. Ein vollständiger Rückzug wäre unsinnig, denn die Zuschauerzahlen vom Samstag zeugen von einem großen Interesse des Publikums. Man muss einfach versuchen, das gesamte Europa mit einem Beitrag ansprechen zu können.
Ich bin gespannt, was sich die Verantwortlichen im kommenden Jahr einfallen lassen.