Aber
langsam.
Worum
geht’s? Um die italienische Nationalmannschaft, die durch ein Tor in
der
Nachspielzeit gegen Australien das Viertelfinale der WM erreichte. Der
Elfmeter
welcher zum Tor führte war (und ist) sehr, sehr, sehr umstritten. Viele
sagen, geschenkt.
Das
Weiterkommen der „Squadra Azzura“ war also mindestens glücklich. Allein dies
bietet also schon reichlich Stoff für Diskussionen (was man übrigens auch in
unserem Fussballblog nachvollziehen kann).
Außerdem
veranlasste es Achim Achilles, seines Zeichens Kolumnist bei Spiegle Online,
einen satirischen, vor Hohn und Spott triefenden Beitrag zu verfassen. Mittlerweile
wurde dieser Beitrag aus dem Netz genommen weil er „[…]
die Grenzen des guten Geschmacks [überschritt], in anderen [Teilen]
häufte er Klischees an, die in der Summe zu Missverständnissen und
Empörung geführt haben.“
Herrje, Was hat der gute Achim denn da geschrieben? Wir würden es nie
erfahren, doch zum Glück gibt es Blogger, besser eine Bloggerin namens Shana123, die schnell genug war und den entsprechenden Text via Copy/Paste gerettet
hat. Dafür ein großes DANKE an Shana.
Und hier nun also der satirische Blick von Achim Achilles auf unsere
italienischen Nachbarn:
„Der italienische Mann, nennen wir in Luigi Forello, ist eine parasitäre
Lebensform. Er ist nicht in der Lage, ohne fremde Hilfe zu überleben. Irgendwo
saugt er sich immer fest. Und dann lässt er sich fallen. Gern auch auf dem
Fußballplatz. Luigi Forello ist fortgesetzt damit beschäftigt, seine
Hilflosigkeit zu zeigen. Das fängt schon beim Namen an. Wer nicht Luigi heißt,
hört auf „Andrea“ oder „Luca“.
Luigis vorrangiges Lebensziel ist das Vermeiden von Anstrengung. Liebstes
Wirtstier ist „La Mama“, seine großbrüstige Erzeugerin, die ihm seine
halbseidenen Socken wäscht und jeden Tag Nudeln kocht, mit dick Soße drauf.
Wenn er ungefähr 30 Jahre alt ist, wechselt der italienische Mann die Köchin.
Er heiratet, um sich fortzupflanzen. Die Folgen sind grausam. Eine ehemals
strahlend schöne Italienerin verwandelt sich binnen weniger Monate in eine
breithüftige Küchenmaschine – eine neue Mama. Das ist ihm aber egal, denn Luigi
ist mit der Teilnahme an einem Autokorso beschäftigt, sofern sein klappriger
Fiat es bis dahin schafft. Zum Essen ist er aber wieder da.
Beim Sport ist unser Luigi besonders tückisch, wie man jedes Jahr
millionenfach an den Stränden der Adria beobachten kann. Er braucht Stunden, um
seinen schmächtigen Körper und das Haupthaar einzuölen, seinen Rücken von
Fellresten zu befreien und sein wenig spektakuläres Gemächt in eine viel zu
enge Badehose zu stopfen. Dann stolziert er stundenlang umher, um schließlich
maximal fünf Minuten beim Strandfußball mitzumachen. Er springt wie ein
Wahnsinniger umher, imitiert brüllend Gesten, die er im Fernsehen gesehen hat,
trifft den Ball höchst selten, die Knochen der anderen dafür umso härter.
Weil er schnell erschöpft ist, genügt ihm die leiseste Berührung eines
Gegners, um melodramatisch zu Boden zu gehen. Noch im Stürzen wirft er einen
Blick ringsum, ob im Publikum genügend Menschen sind, insbesondere Frauen, die
ihn bemitleiden und wieder aufpäppeln. Schmachtende Blicke deutscher
Urlauberinnen sind die Lebensgrundlage des italienischen Mannes.
Insofern geschah gestern nicht Ungewöhnliches. Fabio Grosso fiel im
Strafraum und grinste noch im Fallen. Der nicht minder ölige Francesco Totti
verwandelte dann den Elfmeter gegen Australien. Danach lutschte er am Daumen.
Das ist normal bei italienischen Männern. Es war wie immer. Am Freitag werden
die kickenden Holzfäller aus der Ukraine eingeölt und angeschmiert. So
schlawinern sich die Italiener mal wieder bis ins Halbfinale. Dann, liebe
Luigis, ist allerdings Feierabend. Wir haben da noch ein paar Rechnungen vom
letzten Italien-Urlaub offen.“
(via Shana`s Tagebuch)
Warum nur nimmt SPON so ein Meisterstück der Satire aus dem
Netz? Warum nur?
Ein typischer Fall von Selbstzensur? Übertriebene politische
Korrektheit? Angst vor der eigenen Courage? Und das beim einstigen „Sturmgeschütz
der Demokratie“?
Klar, der Text strotzt vor Klischees, Vorurteilen und Stereotypen.
Aber die „Grenzen des guten Geschmacks“ (wer legt denn die überhaupt fest?) überschritten?
Nein, nein und nochmals nein! Beschwert sich irgendjemand, wenn in britischen
Blättern Deutschland immer noch per Stechschritt, Pickelhaube und dem Zweiten
Weltkrieg symbolisiert wird? Nein.
Also, lieber Spiegel, liebe Italiener, bitte ein wenig mehr
Gelassenheit!
Grazie.
