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    Start » Bali – Insel der Träume?
    Weltweit

    Bali – Insel der Träume?

    31. März 20063 Minuten Lesezeit

    Wäre ich bloß nicht nach Kuta gefahren, denke ich mir. Ich finde dann
    aber doch noch ein nettes „Guesthouse“ für etwa zwei Euro die Nacht im
    Einzelzimmer mit Frühstück. Als ich dann ohne Gepäck in kurzen Sachen
    durch die geschäftigen Straßen laufe, sieht alles schon viel besser
    aus. Überall gibt  es günstige Surferklamotten, schönen Schmuck
    und balinesische Stoffe. Am Strand tummeln sich Surfer, Bodyboarder,
    Backpacker und Einheimische. „Osama doesn´t surf here“ steht auf den
    T-Shirts und die Cocktails in dem Club, in dem 2003 das Bomben-Attentat
    passiert ist, und der an anderer Stelle wiedererrichtet wurde, 
    heißen passenderweise Cannonball, Blaster und Bomber. Ist Sarkasmus
    vielleicht die beste Werbung?

    Tauchen und selbstgebastelte Blumenkörbchen
     
    Für mich geht es auf in den Norden, weg von dem Trubel der
    Backpackermetropole. Ich will tauchen lernen und halte nach fünf Tagen
    nicht nur mein „Open Water“-Zertifikat in den Händen, sondern hatte
    auch eine schöne Zeit im dschungelähnlichen Amed und mit meiner
    Tauch-Crew. Langsam habe ich mich auch an die ewig hupenden Mopeds und
    die Anmachen der Balinesen gewöhnt, ganz zu schweigen von dem
    leckersten Essen der Welt (ein Muss: Tofu und Tempe !) und meinem
    eigenen Palast für 3 Euro die Nacht (inklusive Mitbewohnern, den
    Geckos:) ). So kann man es sich gut gehen lassen. Jeden Morgen werden
    einem dann noch selbst gemacht Blumenkörbchen vor die Türen gelegt.

    Reise nach Ubud

    Nach Surfen und Highlife in Kuta und Wracktauchen in Amed habe ich
    nun Lust aus etwas Kultur und Natur. Beides trifft zusammen in Ubud in
    der Mitte der indonesischen Insel. Zunächst halte ich eines der Bemos,
    der kleinen Busse, an und lasse mich in den nächst größeren Ort
    kutschieren. Ich sitze inmitten von Marktfrauen, die Hühner, Eier und
    Pflanzen auf dem Schoß halten, und einer festlich gekleideten Familie
    mit unzähligen Kindern und Geschenken in den Händen. Das Verständnis
    ist gleich null, aber die Fahrt einfach super interessant.

    Schreck unter Palmen

    Bunt und lebendig ist Ubud, und die Landschaft drumherum einfach
    toll. Wir machen uns am nächsten Tag vor derMittagshitze auf, um
    einfach ein bisschen durch die Felder und umliegenden Dörfer zu
    wandern. Vorbei an hübschen Tempelanlagen und entlang der grasgrünsten
    Reisfelder, die ich je gesehen habe (zugegebenermaßen auch die
    ersten…). Auf den Feldern arbeiten einige Balinesen mit Ochs und Pflug,
    andere mit den bloßen Händen. Die Luft ist schwer,die Sonne brennt und
    die Moskitos piesacken uns. Später laufe ich noch allein durch den
    Regenwald, als mich plötzlich etwas aus meinen Träumen reißt: Aus dem
    hohen Elefantengras springt auf einmal ein Mann, nur mit einem
    Lendenschutz gekleidet und einer Kokosnuß in der Hand. Auf einem Auge
    scheint er blind zu sein, seine Haare stehen in wirren Dreads vom Kopf
    ab.Ich mache vor schreck einen Satz nach hinten und starre den Mann an,
    der mir plötzlich die Kokosnuß anbietet und kurz darauf verschwindet
    und auf eine Kokospalme klettert. Ich bin so perplex, dass ich einfach
    gehe. Die Kokosmilch schmeckt interessant, zumindest aber erfrischend,
    und der Mann winkt mir von der Palme aus zu.

    Was für eine Insel!

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