Die Alhambra wurde im vierzehnten Jahrhundert errichtet, als der Hügel im Südosten von Granada den Mauren bereits seit rund sechshundert Jahren als Befestigung diente. Zwar waren die Muslime 1212 auf der iberischen Halbinsel zurückgedrängt worden, doch hier florierte die Kultur weiter und so schuf die Dynastie der Nasriden dieses gewaltige Bauwerk, in dem sich maurische Kunst und architektonische Meisterleistungen trafen.
Stadtburg Alhambra in Granada
Als im gleichen Jahr, in dem Amerika entdeckt wurde, 1492, die Mauren letztlich vollständig aus Spanien vertrieben wurden, fiel die Stadtburg in die Hände des Königs und seines Verwalters. An seiner Stelle sollte ein Palast im Stil der Renaissance entstehen, der nie vollendet wurde, aber dafür sorgte, dass die Bauwerke über Jahrhunderte in Vergessenheit gerieten. Erst als napoleonische Truppen Gärten und Bewässerungssysteme wiederherstellten und andere Gebäudeteile sprengten, wurde man sich des historischen Erbes wieder bewusst. Das neunzehnte Jahrhundert erlebte somit die Wiederentdeckung der Alhambra.
Die prunkvollen Paläste sowohl der Mauren als auch des spanischen Königs Karl V. sind heute beliebte Erkundungsziele historisch und architektonisch interessierter Touristen. Auch die Gärten der Palaststadt oder Medina und der Generalife mit den kunstvollen Wasserspielen laden zu einem Rundgang in Geschichte und Kunst der Sarazenen Spaniens ein.
Bauwerk der Mauren in Spanien
Die Herkunft des Namens der Alhambra ist nicht vollständig geklärt. Eine wahrscheinliche Annahme jedoch bezieht sich auf das arabische „qasr al-hamra“, das so viel bedeutet wie „die rote Festung“ und sich auf die rötliche Färbung der Mauern der Stadtburg beziehen könnte. Auch rund um Granada finden sich Hinweise auf die Farbe Rot, wie auch im Namen der Hauptstadt und der Provinz in Südspanien selbst. Das Bauwerk gehört seit 1984 Weltkulturerbe der UNESCO.