Ein halbgeöffneter Mund, überschlagene Beine oder verschränkte Arme: Grob weiß man meistens, wie man Körpersprache deuten kann, aber sitzt man dann beim Date oder flirtet in der Bar, ist man sich doch nicht mehr sicher, ganz zu schweigen von den großen Streitmomenten, wenn einem irgendwie alles nur negativ ausgelegt wird. Körpersprache deuten beim Partner muss aber keine Wissenschaft sein.
Körpersprache deuten: Das bedeuten die Signale!
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Kongruenz
Gerade bei einem Flirt oder einem Streit übersieht man oftmals offensichtliche Merkmale, wenn das Gesagte mit der eigenen Erwartungshaltung übereinstimmt. Ein Blick auf die Körpersprache beim Partner lohnt da jedoch mehr als einmal, denn es passiert viel zu häufig, dass das Lächeln und der gesäuselte Smalltalk von verschränkter Körperhaltung und angespannten Lippen begleitet wird. Achten Sie immer darauf, vor allem, wenn Sie sich noch nicht direkt streiten, aber ein heikles Thema aufgreifen. Etwa die allseits gefürchtete Aussage „Nein, es stört mich nicht, wenn du heute Abend weggehst“ kann ganz schnell entlarvt werden, wenn die Stirn gerunzelt, alles angespannt ist und die Stimme bestenfalls eine Spur höher klingt, als normal. Aber auch bei einem Streit kann man durch fehlende Kongruenz (= Übereinstimmung) des Gesagten und des Gezeigten erkennen, ob der Partner nicht vielleicht viel lieber Frieden schließen würde. So etwa, wenn die Körperhaltung die ganze Zeit offen, also empfänglich ist (besonders bei der Armhaltung kann man das erkennen) und wenn der Partner sich klein macht, denn das heißt nicht unbedingt, dass er sich im Unrecht fühlt, sondern auch, dass er keine Lust zum Streiten hat.
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Machtsignale
Klassische Körpersignale von Mann und Frau sind die Haltungen. So sitzt der Mann gerne breitbeinig und möglichst flächendeckend da, während sich die Frau klein macht. Das sind natürlich einige der Klischees, die nicht immer und überall gelten müssen. Aber man sollte darauf achten, ob der Partner die eigene Körperhaltung einschränkt. Wann immer er beispielsweise einen Arm beschützend um sie legt, wenn sie entspannt und ausgestreckt irgendwo sitzt oder in der Runde von Freunden steht, muss das nicht ausschließlich ein Zeichen von Zuneigung sein, sondern kann auch bedeuten, dass er quasi sein „Revier markiert“. Umgekehrt geht das natürlich auch, wer kennt nicht die plötzlich an der Schulter des Freundes auftauchenden Frauen, die sich an ihn klammern, als würde er sonst davon schweben?
3
Mikrosignale
Mikrosignale kennt man nicht zuletzt durch Serien wie „Lie to me“ – und so einfach es im TV aussieht, so schwierig ist es in der Realität, sich auf diese winzigen Merkmale zu konzentrieren, aber Übung macht den Meister. Und solange man nicht jede Aussage auf einzelne, oftmals unbewusste Bewegungen münzt, können sie einem auch helfen. Besonders leichte inkongruente Bewegungen sind das A und O der Mikrosignale, der Gesichtsausdruck ist dabei am schwersten zu kontrollieren, weshalb genau dort oftmals die Wahrheit gefunden werden kann. Wenn jemand etwas bestätigt und dabei unmerklich den Kopf schüttelt oder die Augen nach unten wendet, hat er oder sie eventuell etwas zu verbergen. Wer nervös mit seinen Händen spielt – und dies normalerweise nicht tut – der ist gerade in einer stressigen Situation und auch heruntergezogene Mundwinkel bei der Beteuerung, dass „alles ok“ ist oder ein unübliches Augenzwinkern, können darauf hinweisen, dass etwas nicht stimmt. Sowieso sollte man immer auf die Augen achten, denn die „Spiegel der Seele“ können tatsächlich oft Aufschluss darüber geben, ob jemand traurig, wütend oder glücklich ist.
4
Berührungen
Gerade in einer Beziehung ist Körperkontakt ein wichtiges Signal darüber, ob alles in Ordnung ist. Das muss nicht bei jedem ständigen Kuscheln und Aufeinanderhocken sein, sondern kann auch aus kleinen Gesten bestehen: das bestätigende Berühren der Schultern, ein sanfter Händedruck oder anderes. Wenn eigentlich ganz normale Berührungen vom Partner vermieden werden, sollte man zumindest aufmerksam sein, ob es Gründe dafür gibt. Auch eine weggezogene Hand hat schon eine Aussage, sollte aber immer im Kontext betrachtet werden.
5
Gesamteindruck
Der große Fehler, den viele machen, wenn sie Körpersprache deuten, ist die Überanalyse. Da wird jemandem Feindseligkeit oder sogar eine Lüge unterstellt, nur weil er mit verschränkten Armen da sitzt oder beim Erzählen nach oben links geguckt hat (Statistiken haben bewiesen, dass die meisten nach unten rechts gucken, wenn sie sich erinnern, nach oben links, wenn sie sich etwas ausdenken). Körpersprache ist bei jedem individuell, weshalb Serien wie „Lie to me“ arg konstruiert sind. Bedenken Sie immer die Umstände, jemand kann auch nervös sein, weil er gerade ein ganz anderes Problem hat, als das Gespräch mit Ihnen, verschränkte Arme oder das Spielen mit den Händen mag generell ein Tick des Partners sein, weshalb Sie ihm das nicht in einer Diskussion negativ auslegen sollten. Auch mangelnder Augenkontakt ist nicht etwas, was jeden entlarvt, denn manche Menschen fühlen sich generell nicht wohl dabei, ständig in die Augen des Gegenübers zu sehen. Achten Sie also auf Anomalien im Verhalten, also eher Gestiken und Körpersignale, die neu und ungewohnt bei Ihrem Partner sind.
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Nachfragen anstatt Schlüsse ziehen
Daher gilt, wann immer Sie bei einem Streit oder auch einem normalen Gespräch unübliche Zeichen des Unwohlseins erkennen: Nachfragen. Bevor sie hanebüchene Theorien aufstellen, was hinter dem Augenzucken oder dem verkrampften Mund liegen kann, fragen Sie Ihren Partner, merken Sie an, dass Ihnen aufgefallen ist, dass er unruhig oder bedrückt wirkt. Sobald der Partner das Gefühl hat, dass Sie offen für seine Probleme sind, können Sie viel eher gemeinsam darüber reden und heraus finden, ob es sich tatsächlich um Beziehungsprobleme handelt oder nicht.
7
Ein letzter Tipp
Wenn Sie den Partner darauf ansprechen, versuchen Sie bloß nicht, jedes einzelne Anzeichen aufzuzählen, das Ihnen aufgefallen ist, das kann nämlich schnell übertrieben und leicht obsessiv wirken, zumal der Partner sicher nicht mehr entspannt sein kann, wenn er ständig das Gefühl hat, Sie beobachten jede kleinste seiner Gesten.
