Obama setzt deutliche Zeichen. Schon bei seiner Antrittsrede hatte er die Politik der Bush-Ära nicht nur für beendet erklärt, er ist mit seinem Vorgänger auch hart ins Gericht gegangen. Mit der Schließung des amerikanischen Gefängnisses auf Kuba legt er den Finger direkt dahin, wo es für die USA wehtut. Die Glaubwürdigkeit des Landes hat in den letzten acht Jahren oft und zu verschiedenen Anlässen stark gelitten, doch kaum etwas wurde dermaßen als Schandfleck angesehen, wie die zweifelhaften Machenschaften auf der Militärbasis.
Die angekündigte Schließung, zu der ein offizielles Dekret am 22. Januar vom Obama unterschrieben wurde, setzt nun deutliche Zeichen. Dennoch ist es ab jetzt vor allem eine Frage der Logistik, denn noch immer befinden sich in etwa 245 Insassen in Guantanamo. Diese müssen nun in andere Gefängnisse überführt werden, wenn ihnen vor ordentlichen Gerichten der Prozess gemacht werden soll. Andere sollen in ihre Länder zurückkehren können, wo auf sie aber in einigen Fällen auch kein besseres Los wartet.
Der neue amerikanische Präsident will jedenfalls den Schandfleck innerhalb eines Jahres tilgen und darüber hinaus den Rückzug aus dem Irak vorantreiben. Auch wenn er damit außenpolitisch punkten kann und ihm ein Großteil der Amerikaner folgt, wird er sich mit den konservativen Überbleibseln der Bush-Regierung auseinandersetzen und gegen sie durchsetzen müssen.
