Es scheint fast so, als würde Ahmadinejad gefallen am Spiel mit den vermeintlichen Weltmächten gefunden haben. Erst stellt er in einem lächerlichen Brief an den US-Präsidenten Demokratie und Liberalismus in Frage dann weist er Verhandlungsangebote der EU brüsk als „Almosen“ zurück. Währenddessen verhaftet er Oppositionelle, erwägt die Umstellung des Öl-Handels von Dollar auf Euro und bastelt weiterhin an seiner Atombombe.
Und die internationale Staatengemeinschaft schaut zu und lässt sich von diesem Irren vorführen. Als Krönung erhält Ahmadinejad nun auch noch prominente Unterstützung aus der UN: Kofi Annan. In seiner Rede vor Studenten in Tokio forderte er die Konfliktparteien zu Zurückhaltung in der Wortwahl auf. Doch damit nicht genug, Annan sagte weiter, die „Wolke des Verdachts“ [Atombomben zu entwickeln] müsse sich verziehen. Zugegeben die UN ist eine Organisation, die sich auf Idealismus gegründet hat, aber das ist reine Blauäugigkeit. Kein seriöser Beobachter glaubt noch daran, dass der Iran lediglich an einem friedlichen Atomprogramm arbeitet. Daher sind auch die Lösungsvorschläge Annans ein Witz: „Ich hoffe sehr, dass die derzeitigen Diskussionen im UN-Sicherheitsrat dem Bestreben nach einer diplomatischen Lösung neuen Schwung verleihen.“ Dass sich der Generalsekretär gegen Militärschläge ausspricht, kann ich ja noch verstehen, aber dass er sogar Sanktionen ablehnt, ist absolut nicht nachvollziehbar.
Was soll dem Iran denn noch geboten werden? Die EU stellte eine Leichtkraftreaktor und finanzielle Zuwendungen in Aussicht, doch statt Gesprächen erntete sie Spott: „Sie [die EU] sagen, wir wollen den Iranern Anreize geben, aber sie glauben wohl, sie haben es mit einem Vierjährigen zu tun, dem sie Süßigkeiten oder Walnüsse versprechen und ihm dafür Gold wegnehmen können“. Wenn dieses Angebot nicht einmal eine Verhandlungsgrundlage bietet, dann ist offensichtlich, dass Ahmadinejad kein Interesse an Verhandlungen hat. Und er kann sich ja dank China und Russland auch in Sicherheit wiegen.
Wenn die UN in dieser Situation Zurückhaltung fordert, dann scheint sie an akutem Realitätsverlust zu leiden. Mit dem Iran lässt sich nicht verhandeln. Ohne Sanktionen und einer militärischen Drohkulisse wird sich dieses Spiel solange hinziehen, bis der Iran die Bombe hat. Und dann hat die internationale Staatengemeinschaft zu lange diskutiert.
