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    Start » Demenz: Spielen gegen das Vergessen
    Spiele

    Demenz: Spielen gegen das Vergessen

    20. Juni 2016Updated:11. Oktober 20262 Minuten Lesezeit

    Knapp 47 Millionen Demenzkranke gibt es auf der Welt. Alle 3,2 Sekunden erkrankt ein Mensch an einer Form von Demenz – in den meisten Fällen ist es Alzheimer. Mediziner rechnen damit, dass bis zum Jahr 2030 die Zahl der Demenzkranken auf mehr als 74 Millionen ansteigt! Zwar sind die Symptome mit Therapien zu lindern, aber es gibt immer noch keine effektiven Behandlungsmethoden, um die allmähliche Zerstörung des Gehirns zu stoppen. Um Neurologen mit neuen Forschungsdaten zu versorgen und Demenzkranke besser zu beschäftigen, gibt es nun zwei spannende Ansätze.

    Gratis-App „Sea Hero Quest“: Spielen – und dabei die Demenzforschung unterstützen

    Um mehr über das gesunde menschliche Hirn zu erfahren, haben britische Neurologen eine App mitentwickelt, die auf spielerische Art wissenschaftliche Daten einsammelt. „Sea Hero Quest“ ist ein Orientierungsspiel, in dem man als Entdecker auf hoher See Routen suchen, sich Karten einprägen und navigieren muss. Warum das Ganze? Eine gestörte Orientierung gehört zu den ersten Symptomen einer Demenzerkrankung. Doch es fehlen den Wissenschaftlern viele Informationen über das Orientierungsvermögen gesunder Menschen. Um an diese Daten zu gelangen, werden die Informationen aus „Sea Hero Quest“ an die britischen Neurologen weitergeleitet. Sie gewinnen auf diese Weise Erkenntnisse darüber, wie sich Menschen orientieren. Damit rückt die Entwicklung von Behandlungsmöglichkeiten ein Stück näher.

    „Sea Hero Quest“ ist somit eine völlig neue Art, Forschungsdaten zu erheben. Es handelt sich um das erste mobile Spiel, bei dem jeder die Demenzforschung unterstützen kann. Den Forscher zufolge ist die Gratis-App besonders ergiebig: Spielen 100.000 Menschen auch nur zwei Minuten lang, ersetze das mehr als 50 Jahre herkömmlicher Laborarbeit. Bisher haben 1,4 Millionen Menschen das mobile Spiel auf ihr Smartphone geladen.

    Hapti Muff: Beruhigung und Beschäftigung für Erkrankte

    Rastlosigkeit, Unruhe, ein schwer zu kontrollierender Bewegungsdrang: Menschen, die an Demenz oder Alzheimer erkrankt sind, haben oft Probleme mit einer stetigen Ruhelosigkeit. Die Firma Hapti stellt Produkte her, die speziell auf die Bedürfnisse der Erkrankten abzielt.

    Für Angehörige und Pflegepersonal ist es nicht einfach, Demenz-Patienten eine Beschäftigung zu bieten, die nicht überfordert und gleichzeitig beruhigt. Mit dem Hapti Muff können die Hände der Patienten auf Entdeckungstour gehen, denn der kuschelige Muff hält nicht nur die Hände warm, sondern verbirgt Bälle und Holzperlen, die bewegt und ertastet werden können. Kleine Geheimnisse wie vertraute Fotos oder Ringe können außen in einem kleinen Täschchen am Muff untergebracht werden. Die Hände des Erkrankten sind beschäftigt, der Muff vermittelt Beruhigung und Abwechslung zugleich.

    Screenshot: hapti.de

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