Die Behörden in den USA sind bei zahlungsunwilligen Vätern wenig zimperlich. So zum Beispiel die von Butler County im Bundesstaat Ohio. Porträts säumiger Unterhaltszahler werden auf Plakaten und Pizzaschachteln veröffentlicht, so die Recherchen von spiegel-online. Die Hoffnung: Mit Unterstützung der Bevölkerung den Aufenhaltsort der säumigen Zahler zu erfahren. Durch solche und andere „Hilfsmittel“ trieben die Behörden in den USA im Jahr 2005 immerhin 23 Milliarden Dollar für rund 17 Millionen Kinder ein. Der Bundesstaat Kalifornien zum Beispiel beschlagnahmt die Autos säumiger Eltern – in der Regel Väter. Zahlen diese nicht, werden die Autos zugunsten der Kinder versteigert. In Virginia kooperieren die Ämter mit Handybetreibern um über die Telefonnummern auch an die Adressen von Zahlungsunwillligen zu kommen.
Auch Kanada kennt das Problem. Die Provinz Ontario hat sich deshalb entschlossen, säumige Unterhaltszahler per Internet zu suchen. Immerhin geht es auch hier um 850 Millionen Euro, die dem Staat bzw. den Kindern vorenthalten werden. Zu den Vorwürfen, sie verletze die Privatsphäre , meint die zuständige Ministerin Madeleine Meilleur lapidar, für sie habe der sparsame Umgang mit Steuergeldern Vorrang. Unter der Website „Gute Eltern zahlen“ (www.goodparentspay.com) ruft die Behörde die Bewohner zur Hilfe auf, die säumigen Zahler zu finden. Der virtuelle Pranger hat anscheinend abschreckende Wirkung. Es haben sich bereits so einige Väter gemeldet, die seit Jahren keinen Unterhalt mehr gezahlt haben. Übrigens ist das Internet nur eine Möglichkeit, die Ontario hat, um die Zahlungsmoral der Väter gegenüber ihren Kindern zu verbessern. Auch das Drohen mit dem Sperren eines Bankkontos oder dem Entzug des Führerscheins haben sich als wirkungsvoll erwiesen. Immerhin kamen dadurch seit 2004 über 370 Millionen Euro in die Staatskasse.
Wie gesagt – zur Nachahmung dringend empfohlen