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    Start » So hatte sich die Linkspartei das wohl nicht vorgestellt?
    Politik Inland

    So hatte sich die Linkspartei das wohl nicht vorgestellt?

    31. Mai 20063 Minuten Lesezeit

    Aber von vorne.
     
    Es begab sich vor einiger Zeit, da verkündete ein heute
    Altbundeskanzler, so geht’s nicht weiter mit dem Sozialstaat BRD, Reformen
    müssen her! Genannt hat er sie Agenda 2010
    (sprich: zwanzig-zehn). Es begab sich
    auch zu der Zeit, das einige der Bürger, damit gar nicht einverstanden waren. Sie wollten
    lieber alles für alle – ohne dass jemand etwas dafür tun müsse, kurz sie hingen
    einer Utopie an. Kurze Zeit später waren sie die Wahlalternative Arbeit und
    Soziale Gerechtigkeit (WASG).

     
    Im Osten des Landes mobilisierte derweil eine Partei aus
    Alt- und Jungkadern ebenfalls gegen die doch so schön klingende Agenda.
    Irgendwann bemerkten beide, dass es sich zusammen viel schöner
    protestieren und mobilisieren lässt und so
    beschlossen die beiden großen geistigen Vorsitzenden, Gregor G. und
    Oskar L. eine
    Zwangs ähh `tschuldigung eine ganz normale Ehe der beiden Parteien.
    Gedacht, gesagt, getan –
    bau auf, bau auf die schöne neue Einheits ah, schon wieder falsch…also
    bau auf,
    bau auf die schöne neue Partei. Die LINKE sollte sie heißen.
     
    Derweil hatte der mittlerweile Altbundeskanzler plötzlich
    keine Lust mehr auf Chef und rief Neuwahlen aus. Die Party wollte die neue
    tolle LINKE sich natürlich nicht entgehen lassen und trat an, zur
    Bundestagswahl 2005, gewann mehr als 5% und zog ins Parlament.
     
    Einige jedoch wollten partout nicht in die schöne neue
    Partei. Sie wollten lieber alleine bleiben in der Schmollecke.
    Besonders in
    Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gab es Rebellen, die nichts mit der PDS 
    zu tun haben wollten – verständlich. Könnte
    man ja meinen, okay, lass die Rebellen mal alleine machen, werden schon sehen was sie davon haben.
     
    Dumm nur, das es da etwas gibt, was sich Parteiengesetz nennt. Dieses sieht vor,  dass es keine
    gemeinsame Bundestagsfraktion geben kann, wenn Parteien, die diese bilden, in
    einem oder mehreren Bundesländern gegeneinander antreten. Deswegen gibt’s in Bayern
    zum Beispiel keine CDU.

    Also Schluß mit kuscheln im Bundestag für Oskar und Gregor? Nein,
    einfach mal an die guten alten Zeiten erinnert und per Beschluß von oben herab
    den renitenten Landesvorstand von Berlin abgesetzt. Kennt man ja von früher
    noch, zumindest in der PDS. Dumm nur, das es heute eine unabhängige
    Justiz gibt, die derlei Machtsprüche überprüft.
     
    So jetzt geschehen vom Berliner Landgericht – und gleich mal schön kassiert, das Diktat von oben.

    Zwar hat der zwischenzeitlich eingesetzte höhrige Vorstand die
    Wahlanzeige zur Senatswahl im September zurückgezogen. Allerdings ist natürlich
    fraglich, ob Entscheidungen eines Landesvorstandes den es gar nicht hätte geben
    dürfen, bestand haben werden. Wohl eher nicht. Deswegen könnte es bald vorbei sein mit
    dem Traum einer neuen, tollen, linken Partei – schlimm, dass diese Utopien auch
    immer so schnell zerplatzen, wenn sie auf die Realität treffen.

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