Der Fastenmonat Ramadan gilt im Islam als besonders heilige Zeit. Die Muslime fasten gemeinschaftlich 30 Tage. Diese Zeit ist verbunden mit einer besonderen Hingabe an Allah. Es gilt, im Glauben besondere Disziplin und Gewissenhaftigkeit zu üben. Das Fasten ist eine der fünf Säulen des Islam. Das Fasten im Monat Ramadan ist für alle Muslime verpflichtend, wobei im Koran Ausnahmen festgelegt sind.
Gefastet wird tagsüber. Es darf zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang weder gegessen noch getrunken werden. Am Abend gibt es dafür besonders üppige Speisen. Man ist und trinkt dann besonders gern in der Gemeinschaft. Im Monat Ramadan laden Muslime besonders gern Freunde und Bekannte ein.
Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Kalender, der sich nach dem Mondjahr richtet und dessen Jahre um 10 bis 11 Tage kürzer sind als im Sonnenjahr. Deshalb findet das Fasten im Monat Ramadan in Bezug auf das Sonnenjahr immer zu einer anderen Zeit statt. Weil das Fasten täglich von Beginn der Dämmerung bis zum Einbruch der Nacht vorgeschrieben ist, bedeutet die Enthaltsamkeit von Speisen und Getränken insbesondere in Sommermonaten mit ihren langen Tagen eine besondere Herausforderung. Es ist daher kaum verwunderlich, dass der Ramadan auch eine Zeit der mentalen und emotionalen Angespanntheit ist. In den großen Metropolen der muslimischen Welt steigt im Ramadan die Zahl der Verkehrsunfälle rapide an!
Der Beginn des Monats Ramadan wird durch das Sichten der Mondsichel bestimmt. Das führt dazu, dass der Monat nicht in allen Ländern am gleichen Tag beginnt. Den Beginn des Ramadan bestimmt in Deutschland DIWAN, der „Deutsche islamwissenschaftliche Ausschuss der Neumonde". Dieser Ausschuss hat auch die Regeln zur Bestimmung des Neumonds von Ramadan formuliert.
Neben dem täglichen Fasten ist die Zeit des Ramadan durch zwei besondere Feste bestimmt: In der Nacht der Bestimmung (Lailat al-Qadr) wird an die Offenbarung der ersten Sure des Koran erinnert. Das Fest des Fastenbrechens (Id al-Fitr), gefeiert an den ersten drei Tagen des Folgemonats Schawwal, beendet die Fastenzeit. Es wird auch „Zuckerfest" genannt, aufgrund der besonderen Speisen, die zu diesem Fest gehören.
Die Nacht der Bestimmung wird in der Regel vom 26. auf den 27. Ramadan gefeiert. Das Fastenbrechen, mit dem die 30-tägige Fastenzeit ihren Abschluss findet, wird in den ersten drei Tagen des Folgemonats gefeiert. Es ist eines der beiden Hauptfeste des Islam, in seiner Bedeutung vergleichbar mit Weihnachten oder Ostern. Interessanter Weise gehört zu diesen beiden christlichen Festen auch jeweils eine vorhergehende Fastenzeit: Die Adventszeit und die Passionszeit, beides wie im Islam auch Zeiten besonderer Besinnung und Offenbarung.
In islamischen Ländern ist am Fest des Fastenbrechens in der Regel arbeits- und schulfrei. In Deutschland können die muslimischen Schülerinnen und Schüler an öffentlichen Schulen für einen Tag am Fest des Fastenbrechens vom Unterricht freigestellt werden.
Mehr Informationen gibt es unter www.islam.de, eine recht brauchbare Seite zu Themen des Islam, gemacht vom Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD).
