Was macht eigentlich einen Führungsspieler aus? Einst sinnierte Felix Magath über Michael Ballack, dass dieser Persönlichkeit besitze und nur selten solche Spieler in der deutschen Fußball-Landschaft zu finden sind. Ein Trainer muss jenen Führungsspieler auch in schwächeren Zeiten stützen, weil von ihm die entscheidenden Signale ausgehen, so Magath auf einem Internet-Portal für Führungskräfte.
Ausgerechnet jener Ballack war es, der sich vom jetzigen Bundestrainer nicht gewürdigt sah und seinen alten Gefährten Torsten Frings nach dessen Bankdegradierung vehement verteidigte. Löw, der als moderner Trainer mit zahlreichen Innovationen gilt, scheint hier den Rat vom Trainerfuchs nicht beherzigt zu haben. Wie zwei Lämmer zur Schlachtbank ließ er die Sünder zu sich kommen und wähnte sich als Sieger der Auseinandersetzung. Schließlich gaben ihm Spieler wie Rolfes, Hitzlesperger und Jones das Gefühl, sie könnten das entstehende Vakuum ausfüllen.
Nun traf Deutschland gestern Abend auf eine stark ersatzgeschwächte englische Mannschaft, die es dank des gewieften Italieners Fabio Capello schaffte, beim deutschen Team alle Schwächen zu offenbaren. Selbst Oliver Kahn kam zu dem Schluss, der Knackpunkt war das Mittelfeld. Fehlten da nicht jene Spieler, die Löw in seinem Machtkampf zu Statisten degradierte? Ballack und Frings dürften jedenfalls das Spiel mit einiger Genugtuung verfolgt haben.
