Als Fan von Arminia Bielefeld gehöre ich zur Fraktion derer, die durch Paranoia getrieben peinlichst darauf Acht geben, dass ihrer Mannschaft die angemessene Behandlung durch den Medienapparat zu Teil wird. Als ich eine Zeitlang als studentische Hilfskraft bei der Sportschau arbeitete, habe ich an nicht wenigen Spieltagen die Länge der Spielberichte notiert und kam stets zu dem Schluss, dass der DSC signifikant zu kurz kam.
Die SZ sorgte bei mir im Mai für akutes Herzrasen, als sie im Mai das Kracher-Spiel Bielefeld-Hannover einfach überging, als hätte es nie stattgefunden. In gewisser Weise ist das, was ich heute erleben musste im Vergleich dazu nicht so schlimm:
Immerhin existiert eine Erwähnung des Spiels gegen Frankfurt! Die findet sich dafür in der hintersten Ecke Fußballabschnitts. Ganz unten links konnte man offenbar noch einige lausige Zeilen freischaufeln. Hoffentlich musste sich Gerald Kleffmann dafür nicht extra beschränken in seinem ewig langen Artikel über das ZWEITLIGASPIEL zwischen 1860 und Kaiserslautern. Und hoffentlitch wurden die beiden für das völlig überschätzte Aufeinandertreffen zwischen Bremen und München angesetzten Autoren nicht zu sehr in ihrer Zeilenzahl beschnitten. Nur eine Seite durften sie damit bekritzeln. Viel zu wenig, vor allem, wenn man bedenkt, wem man da Platz lassen musste. Wenn ich es recht bedenke, reagiere ich doch lieber mit Trotz auf solche Geringschätzung:
Bevor man ihn wieder wie den unbeliebtesten Schüler der Klasse alleine in die hinterste Ecke des Raumes setzt, sollte man die Spiele des DSC in Zukunft doch lieber wieder unerwähnt lassen.
