Südkorea und Russland bestätigten den Test bereits, Washington hält sich noch zurück. Angeblich besaß die Bombe eine Sprengkraft von 550 Tonnen TNT. Die Bomben welche 1945 auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden hatten dagegen eine Sprengkraft von 15.000 bzw. 21.000 Tonnen TNT. Wenn es denn tatsächlich eine Atombombe war, die da heute Nacht explodierte, war es eine ziemlich kleine. Zudem könnte man eine solche Explosion auch mit herkömmlichen Sprengstoffen erzeugen. Man bräuchte 550 Tonnen TNT oder ein ähnliches Äquivalent.
Die staatliche Nachrichtenagentur Nordkoreas, die KCNA, ließ zudem verlauten, es sei keine Radioaktivität ausgetreten. Die Verifizierung des Tests erleichtert dies nicht. Außerdem bleibt es vorerst Nordkorea vorbehalten, die Explosion zu deuten.
Die USA wollen dennoch sofortige Maßnahmen ergreifen. Laut Washington Post denkt die US Regierung darüber nach, alle Schiffe die Nordkorea verlassen, auf Nuklearwaffen zu durchsuchen. Dies mag zwar die Proliferation fürs Erste aufhalten. Allerdings ist eine Lösung des Konfliktes damit auch nicht zu erreichen. Dennoch ist dies wohl die einzig mögliche Reaktion der USA.
„The United States now finds itself without many cards to play in reaction to something that it has seen coming for a long time. Having already played the sanctions card in response to the counterfeiting issue, the U.S. now has no more screws it can put to Pyongyang in response to the must more serious act of a nuclear test."
Bleibt also vorerst nur die Hoffnung, dass es sich bei dem Test "mehr um ein Zischen als um einen Knall gehandelt." hat, wie ein US Offizieller vermutet.
Zudem ist nach wie vor fraglich, ob Nordkorea die Bombe, sofern es eine (oder mehrere) besitzt, ins Ziel bringen kann. Die Miniaturisierung solcher Sprengköpfe stellt immer noch eine große Hürde dar. Fraglich ist, ob die Techniker in Kims Hungerreich, diese genommen haben.
Alles in allem: es bleiben mehr Fragen als Antworten. Trotz, oder vielleicht auch gerade wegen, des angeblichen Tests.